Aachener Weihbischof Bündgens muss im Herbst vor Gericht

Vorwurf der Veruntreuung

Die Untreuevorwürfe gegen den Aachener Weihbischof Johannes Bündgens werden im Herbst vor dem Amtsgericht Kerpen verhandelt. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, von einer dementen Bekannten 143.000 Euro veruntreut zu haben.

Weihbischof Johannes Bündgens / © Andreas Schmitter (Bistum Aachen)
Weihbischof Johannes Bündgens / © Andreas Schmitter ( Bistum Aachen )

Das Amtsgericht Kerpen setzte die drei Termine für den 29. Oktober sowie 5. und 6. November an, wie Amtsgerichtsdirektor Joachim Rau am Montag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte Bündgens im vergangenen Oktober angeklagt. Zunächst war nur von knapp 128.000 Euro die Rede, später von zusätzlich 15.000 Euro. Bündgens soll das Geld von einer älteren Dame aus Kerpen angenommen haben, die möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig gewesen ist. Die Frau hatte Bündgens schon länger gekannt und ihm eine Vollmacht für ihr Konto erteilt. Dem zwischenzeitlich eingesetzten Betreuer waren die Überweisungen aufgefallen.

Summe komplett zurückgezahlt

Der Weihbischof gab an, der Frau als Gegenleistung für das Geld ein lebenslanges Wohnrecht in einer von ihm für 600.000 Euro erworbenen Immobilie in Aachen eingeräumt zu haben. Dies sei im Grundbuch nicht vermerkt worden, weil sich der Gesundheitszustand der Frau verschlechtert habe. Der Weihbischof hat die Summe laut Amtsgericht inzwischen komplett zurückgezahlt.

Bündgens, der seit 2006 Weihbischof sowie Bischofsvikar für die Caritas und Domkapitular ist, lässt seit Anfang Dezember seine bischöflichen Ämter ruhen. Aachens Bischof Helmut Dieser hatte sich "schockiert" über den Vorwurf geäußert und drängt auf vollständige Aufklärung.

Quelle:
KNA
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