Vor 25 Jahren: Weibliche Messdiener zugelassen

Helfer in der Messe

Bereits 25 Jahre ist es her, dass die päpstliche Bestätigung kam, die Mädchen erlaubte am Altar dienen zu dürfen. Inzwischen haben weibliche Messdiener ihren männlichen "Kollegen" gar den Rang abgelaufen und stellen die Mehrzahl der Helfer.

Ministrantin im Gottesdienst / © Harald Oppitz (KNA)
Ministrantin im Gottesdienst / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Messdienerbeauftragte der katholischen Kirche, Alexander Bothe, sieht auch beim Dienst von Ministrantinnen einen Berufungsaspekt. In Deutschland stehe zwar die Priesterberufung beim Messdienen nicht im Fokus, jedoch habe der Ministrantendienst "eindeutig etwas mit Berufung zu tun, aber das gilt für alle Berufe der Kirche", sagte Bothe dem Portal katholisch.de.

Positive Erfahrungen

Verantwortliche der Kirche berichten dem Experten zufolge immer wieder, dass viele der Interessierten auf positive Erfahrungen aus der Ministrantenzeit verwiesen. "Der Dienst schafft natürlich zunächst eine liturgische Kompetenz", so Bothe, der in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) für Ministranten zuständig ist. Das Selbstverständnis der Messdiener beschränke sich nicht auf die Liturgie: "Sie sagen: Ich tue meinen Dienst in der Gemeinschaft, mit der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft."

Nach Angaben der afj gibt es seit Jahren in Deutschland etwas mehr weibliche (53,3 Prozent) als männliche Messdiener.

Helfer des Priesters

Ministranten (Messdiener) sind Helfer des Priesters. Sie nehmen liturgische Hilfsdienste wahr, etwa bei der Gabenbereitung. Zudem sind sie für eine festliche Gestaltung des Gottesdienstes mit Weihrauch und Kerzen zuständig. In der Regel übernehmen diese Aufgaben Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene.

Der Dienst des Ministranten in seiner heutigen Form hat sich erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) herausgebildet.

Ursprünglich wurden die Hilfsdienste am Altar von jungen Klerikern (Akolythen) mit "niederen Weihen" verrichtet. Später durften auch nicht geweihte Jungen und junge Männer die Handreichungen ausüben und die Rolle des "Antwortgebers" bei den liturgischen Formeln übernehmen.

Papst Johannes Paul II. erteilt Erlaubnis

Seit dem Konzil ist der Ministrantendienst nur noch selten mit der Vorstellung einer späteren Priesterlaufbahn verbunden; vor allem in Nordeuropa und Nordamerika übernahmen zunehmend auch Mädchen diese Aufgabe. Am 11. Juli 1992 bestätigte Papst Johannes Paul II., dass "alle Laien" im Canon 230 des kirchlichen Gesetzbuches von 1983 so zu interpretieren sei, dass auch Mädchen am Altar dienen dürfen.

Offiziell hat der Vatikan den Ortsbischöfen erst 1994 die Möglichkeit eingeräumt, weibliche Messdiener zuzulassen. Bis dahin durften Frauen lediglich im Notfall als Antwortgeber "aus der Ferne" tätig sein, keinesfalls aber an den Altar herantreten. In der seelsorglichen Betreuung der Ministranten steht heute nicht nur die Erziehung zu einem korrekten Dienst am Altar, sondern auch die Motivation zu einem konsequent christlichen Leben im Vordergrund.


Quelle:
KNA