Vor 17 Jahren in China verschwundener Bischof vermutlich tot

James Su Zhimin

Der chinesische Untergrundbischof James Su Zhimin ist vermutlich tot. Die kommunistischen Behörden Chinas hätten den Vatikan gebeten, den Koadjutor Bischof Francis An Shuxin zum Bischof des Bistums Baoding zu ernennen, berichtete der asiatische Pressedienst Ucanews.

Chinesische Impressionen / © Henriette Jedicke
Chinesische Impressionen / © Henriette Jedicke

Bischof James Su Zhimin von Baoding in der Provinz Hebei wurde laut Ucanews zuletzt 2003 von einem Katholiken in einem Krankenhaus in Baoding gesehen. Su, der heute 88 Jahre alt wäre, war sechs Jahre zuvor wegen seiner Weigerung verhaftet worden, der staatlichen "Chinesischen Katholischen Patriotischen Vereinigung" (CCPA) beizutreten. Die CCPA ist die vom Vatikan nicht anerkannte offizielle katholische Kirche der kommunistischen Volksrepublik China.

Die staatlichen Behörden haben den vatikantreuen Bischof Su nie anerkannt. Stattdessen betrachteten sie Bischof An, seinen Assistenten, als den Bischof von Baoding. Der 71-Jährige gehörte ursprünglich der Untergrundkirche an und wurde 1993 heimlich zum Weihbischof geweiht. 1996 wurde An festgenommen und zehn Jahre lang unter Hausarrest gestellt. Nach seiner Freilassung 2006 wurde er zunächst stellvertretender Vorsitzender der CCPA in Baoding und 2010 von den Behörden als Bischof von Baoding eingesetzt.

Im September läuft das 2018 geschlossene, bislang unveröffentlichte provisorische Abkommen zwischen dem Vatikan und China über Bischofsernennungen aus. Die Verhandlungen über ein Folgeabkommen sollen dem Vernehmen nach in diesem Monat beginnen.

Quelle:
KNA