Reformdialog Synodaler Weg verschiebt nächste Vollversammlung

Videokonferenz kommt nicht in Frage

Nach der Synodalversammlung im September muss auch die nächste Vollversammlung des Synodalen Weges verschoben werden. Das direkte Gespräch sei zu wichtig für ein digitales Treffen. In der Zwischenzeit soll der Weg aber nicht versanden.

Der Synodale Weg (KNA)
Der Synodale Weg / ( KNA )

Wegen der Corona-Pandemie muss auch die nächste geplante Vollversammlung des katholischen Reformprojekts Synodaler Weg verschoben werden. Die Synodalversammlung in Frankfurt werde nicht wie geplant vom 4. bis 6. Februar 2021 stattfinden, sondern erst vom 30. September bis 2. Oktober, teilte das Präsidium am Donnerstag in Bonn mit.

Ein Großteil der Teilnehmenden habe erklärt, dass eine Synodalversammlung als Video-Konferenz nicht in Betracht komme. Dazu seien die persönliche Begegnung, das direkte Gespräch und die verbindende Erfahrung des gemeinsamen Gottesdienstes zu wichtig.

Online-Format zur digitalen Weiterarbeit

Am 4. und 5. Februar soll es aber ein Online-Format geben, in dem alle Mitglieder der Synodalversammlung "ohne Entscheidungsdruck vor allem die Arbeitsfortschritte der Synodalforen diskutieren werden", hieß es weiter. So könne dieser "coronabedingte Zwischenschritt für eine substantielle Weiterarbeit in den thematischen Synodalforen genutzt werden". Dies gelte vor allem für die Foren zu Macht und zu priesterlicher Lebensform, die bei den Regionenkonferenzen im September 2020 noch keine Zwischenergebnisse vorlegen konnten.

In dieses Format sollen auch die Eindrücke der Beobachterinnen und Beobachter aus dem Ausland und der Ökumene einfließen. Ein besonderer Schwerpunkt werde darüber hinaus "auf den Bericht über die Maßnahmen zur Aufarbeitung und Aufklärung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche und den Austausch hierüber gelegt".

Präsidenten: Formate sind "echte Chance"

In einem Brief an alle Synodalen schreiben die Präsidenten des Synodalen Weges, Bischof Georg Bätzing als Vorsitzender der Bischofskonferenz und Thomas Sternberg als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK): "Die Corona-Krise fordert von uns immer wieder Veränderungen in der Weg-Planung. Nicht nur in den Inhalten, sondern auch in den Formen tasten wir uns Schritt für Schritt voran."

Dies könne zwar zunächst mühselig sein, sei aber auch "eine echte Chance, mit unterschiedlichen Formaten, Geschwindigkeiten und Prozessen neu Synodalität in unserer Kirche zu erlernen".

In ihrem Reformdialog auf dem Synodalen Weg wollen Bischöfe und Laien über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ein Ziel ist, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die Initiative, die es in dieser Form in der katholischen Kirche noch nie gab, war ursprünglich auf zwei Jahre angelegt.

Oberstes Organ ist die Synodalversammlung. Sie zählt 230 Mitglieder, die für eine möglichst große Bandbreite kirchlichen Lebens stehen sollen. In vier Foren werden die Schwerpunktthemen Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche behandelt.

Bischof Georg Bätzing / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Thomas Sternberg / © Harald Oppitz (KNA)
Thomas Sternberg / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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