Verdächtiger für Mord an US-Weihbischof verhaftet

Ging es um Geld?

Nach dem gewaltsamen Tod des kalifornischen Weihbischofs David O'Connell hat die US-Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Hinweise aus der Bevölkerung haben zur Verhaftung eines 65-jährigen Mannes geführt.

Polizeiliche Absperrung in den USA / © Rich Pedroncelli (dpa)
Polizeiliche Absperrung in den USA / © Rich Pedroncelli ( dpa )

Das teilte die zuständige Polizeibehörde (Montagnachmittag Ortszeit) in Los Angeles mit. Demnach handelt es sich um den Ehemann einer Haushälterin des Bischofs. O'Connell war am Wochenende in seinem Wohnhaus nahe Los Angeles mit einer Schusswunde im Oberkörper tot aufgefunden worden.

Motiv noch unklar

David O Connell (Archivbild, 1998) (KNA)
David O Connell (Archivbild, 1998) / ( KNA )

Angaben zum möglichen Motiv der Tat machte die Polizei bislang nicht. Ein Informant habe den Ermittler mitgeteilt, dass sich der Festgenommene nach Bekanntwerden der Todesnachricht "seltsam verhielt und O'Connell beschuldigte, ihm Geld zu schulden", berichtete Robert Luna von der Bezirkspolizei laut "LA Times".

Auf Überwachungsvideos soll das Auto des mutmaßlichen Täters zum Tatzeitpunkt in der Einfahrt von O'Connells Haus zu sehen sein. Im Haus des Verdächtigen wurden demnach mehrere Schusswaffen gefunden; sie würden nun kriminaltechnisch untersucht.

Dank und Trauer des Erzbischofs

An der Pressekonferenz nahm auch der Erzbischof von Los Angeles, Jose Gomez, teil. Mit Tränen kämpfend, dankte er den Ermittlern und würdigte den Getöteten: "Jeden Tag bemühte er sich, den Armen, Obdachlosen, Einwanderern und all jenen am Rand der Gesellschaft Mitgefühl zu zeigen. Er war ein guter Priester und ein guter Bischof und ein Mann des Friedens", so Gomez.

Die Ermittler teilten laut US-Medienberichten weiter mit, dass am Samstagmittag ein medizinischer Notruf bei der Rettungsleitstelle eingegangen sei. Er kam vom Diakon einer örtlichen Kirchengemeinde, wo der Weihbischof nicht zu einem vereinbarten Termin erschienen war. Er fuhr zum nahe gelegenen Wohnhaus O'Connells und alarmierte Polizei und Notarzt.

Seit 45 Jahren im Erzbistum Los Angeles

O'Connell stammte aus dem irischen Cork und wirkte seit 45 Jahren im Erzbistum Los Angeles, seit 2015 als Weihbischof. Der gewaltsame Tod des beliebten Geistlichen löste Bestürzung in den USA und seiner irischen Heimat aus. Für sein soziales Engagement genoss O'Connell Wertschätzung in Politik und Gesellschaft.

Über Jahre wirkte er im Armenviertel "South Central" von Los Angeles als Seelsorger für Schwarze und Latinos und befasste sich besonders mit Einwanderungsthemen. Unter anderem war er Vorsitzender einer Organisation, die aus Mittelamerika eingewanderten Kindern und Familien hilft.

Quelle:
KNA