Vechtaer Offizial verteidigt Bauern der Region gegen Kritik

Gegen den "Stempel der Ausbeutung"

Der Vechtaer Offizial Weihbischof Wilfried Theising hat den Bauern in der Region den Rücken gestärkt. Die Landwirte dürften nicht unter dem schlechten Image der Fleischindustrie leiden, sagte er.

Weihbischof Wilfried Theising kommt in eine ländliche Region. Dem Bauernsohn sind die Sorgen der Menschen hier vertraut.  / © Patrick Pleul (dpa)
Weihbischof Wilfried Theising kommt in eine ländliche Region. Dem Bauernsohn sind die Sorgen der Menschen hier vertraut. / © Patrick Pleul ( dpa )

Der Vechtaer Offizial Weihbischof Wilfried Theising hat sich am Samstag in Georgsmarienhütte für die Bauern der Gegend eingesetzt. Mit Verweis auf ausbeuterische Verträge von Werks- und Leiharbeitern in einigen Schlachtbetrieben im Raum Vechta sagte er, dass der "Stempel der Ausbeutung" nicht dem gesamten ländlichen Raum aufgedrückt werden könne. Zudem wies der Weihbischof auf dem traditionellen Landwirtschaftstag der Katholischen Landvolkhochschule Oesede generelle Kritik an einer Modernisierung und effizienteren Ausrichtung landwirtschaftlicher Betriebe zurück.

"Nostalgie ist schön, doch es kann nicht sein, dass sich die Landwirtschaft nicht entwickeln darf." Auch verwahrte er sich gegen Stimmen aus der katholischen Kirche, die im vergangenen Jahr einen Umbau der Landwirtschaft hin zur Agrarindustrie und eine Tendenz zu Mega-Mastställen kritisiert hatten. "So was ist nicht hilfreich", sagte Theising. Auch wolle er sich nicht vorschreiben lassen, auf Fleisch als Lebensmittel zu verzichten.

Ehrung der "Landwirtschaft in kleine Hände"

Auf dem Landwirtschaftstag wurden traditionell auch die Johannes- Voetlause-Preise verliehen. Geehrt wurde das Freiwilligenforum im Kirchspiel Engter, aus dem sich 44 Personen für junge Menschen und Familien bei Notfällen einsetzen. Ebenso wurde das Team U25 des Caritasverbandes für den Landkreis Emsland für seine Online-Suizidpräventionsarbeit von Jugendlichen für Jugendliche geehrt.

Die Landfrauen Monika Bergmann, Maria Ebbeskotte und Birgit Wahmhoff aus der Region Osnabrück erhielten den Preis für ihr Wirken bei der Aktion "Landwirtschaft in kleine Hände". Sie bringen Kindern bei Besuchen in verschiedenen Betrieben die Landwirtschaft näher. Ein Sonderpreis ging an die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) im Landesverband Oldenburg für ihre seit 1972 bestehende Partnerschaft mit dem Zentrum für ländliche Entwicklung und Ausbildung (CFPR) im togolesischen Tsevie.

Der mit je 1.000 Euro dotierte Johannes-Voetlause-Preis wird jährlich von der Katholischen Landvolkhochschule Oesede, der Katholischen Landjugendbewegung Niedersachsen, dem Landfrauenverband Weser-Ems und dem Landvolkverband Weser-Ems ausgelobt. Benannt ist die Auszeichnung nach dem früheren Leiter der Landvolkhochschule, Johannes Voetlause (1921-2008).

Wilfried Theising / ©  Ingo Wagner (dpa)
Wilfried Theising / © Ingo Wagner ( dpa )
Quelle:
KNA
Mehr zum Thema