VdK-Präsidentin kritisiert Fokus auf Flüchtlinge

Es muss sich "etwas ändern"

Die neue Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, wirft den Parteien vor, mit ihren kontroversen Flüchtlingsdebatten von brennenden sozialen Problemen abzulenken, wie etwa den Themen Pflege und Wohnen.

Verena Bentele / © Kay Nietfeld (dpa)
Verena Bentele / © Kay Nietfeld ( dpa )

Rente, Pflege und Wohnen seien wesentlich wichtigere Themen, über die viel intensiver diskutiert werden müsste "als über die, die immer von CSU und AfD gesetzt werden", sagte Bentele der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Überhaupt gebe es viele Themen, bei denen man seit langem sehenden Auges in eine Katastrophe laufe.

Drängende Probleme: Wohnen und Pflege 

Die 36-jährige mehrfache Paralympics-Siegerin nannte als Beispiel bezahlbaren Wohnraum. "Obwohl wir wussten, dass bezahlbarer barrierefreier und altersgerechter Wohnraum fehlt, wurden und werden in vielen Großstädten staatliche Wohnungen verkauft." Die Politik muss ihrer Ansicht nach auch deutlich entschiedener die Probleme in der Pflege angehen und mehr Steuermittel dafür bereit stellen. Es müsse sich "etwas ändern", sonst könnten sich bald nur noch Reiche Pflegekräfte leisten, warnte Bentele.

Mehr Unterstützung für Angehörige

Zugleich forderte die VdK-Chefin deutlich mehr Hilfen und Unterstützung für pflegende Angehörige vor allem in Form von Kurzzeitplätzen. Der "größte Pflegedienst" in Deutschland seien die Angehörigen. Zudem müsse man mehr junge Menschen für die Pflegeberufe gewinnen. Zudem müsse dieser "sinnstiftende Beruf" auch bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen erhalten. So brauche es mehr Präventionsprogramme, damit Pflegekräfte auch gesund blieben.

Quelle:
KNA