Vatikan wehrt sich gegen Vorwurf der Veruntreuung

Es geht um Geld und Immobilien

Der Vatikan wehrt sich gegen den Vorwurf einer angeblichen Veruntreuung von Geld und Immobilienbesitz. Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker bezeichnete italienische Medienberichte als unwahr und inakzeptabel.

Voller Petersplatz / © Christian Gennari (KNA)
Voller Petersplatz / © Christian Gennari ( KNA )

Laut den Medienberichten vermietet die Vatikanbehörde römische Luxuswohnungen weit unter marktüblichen Preisen an Begünstigte. Die Vermietung folge italienischen Gesetzen, hieß es in der am Mittwoch vom vatikanischen Pressedienst Fides veröffentlichten Erklärung. Ausnahmen gebe es lediglich für Menschen in Notsituationen. Für ihre Einkünfte habe die Missionskongregation im Jahr 2014 allein für Liegenschaften in Rom 2.169.200 Euro an den italienischen Fiskus gezahlt. Auf welchen Mietraum sich die Summe bezieht, teilt die Behörde nicht mit.

Unterdessen dementierte das vatikanische Presseamt (Mittwoch) Berichte, denen zufolge die Güterverwaltung des Heiligen Stuhls (APSA) in der Vergangenheit in unrechtmäßige Finanzgeschäfte verwickelt gewesen sein soll. Italienische Medien hatten sich dafür auf ein vertrauliches Vatikandokument berufen, das in diese Richtung spekuliert. Die vatikanische Justiz untersuche derzeit, wie das Papier an die Öffentlichkeit gelangen konnte, so das Presseamt. Die APSA habe stets mit den zuständigen Stellen kooperiert und erfülle ihre Aufgaben nach den geltenden Regeln.

Seit Erscheinen zweier Skandalbücher in der vergangenen Woche sorgt das Thema Vatikanfinanzen erneut für Schlagzeilen. Die Autoren, zwei italienische Enthüllungsjournalisten, berufen sich auf vertrauliche Dokumente einer vatikanischen Wirtschaftskommission. Die aufgedeckten Missstände, die unter anderem die Veruntreuung von Millionensummen im Vatikan und in dessen Umfeld nahelegen, beziehen sich auf die Jahre vor 2014.

Quelle:
KNA