Der Vatikan fordert, dass sich Christen und Buddhisten gemeinsam für Frieden in der Welt einsetzen. "Als Bürger und Gläubige teilen wir die Verantwortung, den Frieden zu fördern, Ungerechtigkeit zu bekämpfen und diejenigen in Machtpositionen dazu aufzufordern, Spaltungen nicht zu schüren, sondern den Dialog statt Konfrontation zu suchen", hieß es am Montag in einer Grußbotschaft zum buddhistischen Vesakh-Fest.
Verfasst wurde sie von der zuständigen Vatikanbehörde für interreligiösen Dialog. "In einer Welt, die zunehmend zerbrechlich erscheint und zuweilen von einem beunruhigenden Gefühl des Rückschritts geprägt ist, wird der Ruf nach Frieden immer dringlicher", heißt es in dem Dokument mit dem Titel "Buddhisten und Christen für einen 'unbewaffneten und entwaffnenden' Frieden". Sowohl Buddhismus als auch Christentum stimmten darin überein, auf einen gelebten Frieden hinzuweisen.
Keine Komplizen werden
Doch laut Vatikan reichen Worte nicht, die Einstellung müsse sich ändern und konkrete Handlungen müssten folgen. "Religiöse Führer sind dazu aufgerufen, authentische Partner im Dialog und wahre Vermittler der Versöhnung zu sein." Gemeinsam mit allen Gläubigen sollten sie zu Friedensstiftern werden – "keine passiven Beobachter, sondern mutige Zeugen, die in der Lage sind, Begegnung zu fördern, Wunden zu heilen und Vertrauen wieder aufzubauen".
Darüber hinaus fordert die Vatikanbehörde: "Wir müssen uns auch davor hüten, durch Schweigen oder Angst zu Komplizen zu werden." Frieden sei keine Illusion oder ein fernes Ideal, sondern eine reale Möglichkeit, "die bereits in unserer Reichweite liegt und darauf wartet, angenommen und geteilt zu werden".
Der Vatikan appelliert, Frieden täglich in den Gemeinschaften zu leben: in Gesten der Freundlichkeit, in Geduld, in der Ablehnung von Hass und Rache und im Mut zur Hoffnung. "Möge eure Vesak-Feier von Gelassenheit und Freude erfüllt sein und uns alle dazu inspirieren, diesen Weg gemeinsam zu gehen."