Vatikan lehnt Gleichsetzung von Hassrede und Religiosität ab

Stichwort Religionsfreiheit

Der Vatikan hat sich vor der Staatengemeinschaft gegen Einschränkungen der Religion wegen fehlender politischer Korrektheit gewandt. Religiöse und moralische Überzeugungen zu äußern, dürfe nicht mit Hassreden gleichgesetzt werden.

Symbolbild Religionsfreiheit / © Good Pic (shutterstock)
Symbolbild Religionsfreiheit / © Good Pic ( shutterstock )

Das sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ettore Balestrero, am Mittwoch vor dem UN-Menschenrechtsrat.

Erzbischof Ettore Balestrero / © Tobias Käufer (KNA)
Erzbischof Ettore Balestrero / © Tobias Käufer ( KNA )

Auch wenn die Instrumentalisierung von Religion für Hetze abzulehnen sei, dürfe daraus nicht ein Vorwand für die Unterdrückung der Religionsfreiheit werden, so der päpstliche Nuntius. Der Begriff "Hassrede" sei weit gefasst und könne tendenziös verwendet werden.

Warnung vor religiöser Intoleranz

Am Tag zuvor hatte die UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheit, Nazila Ghanea, vor dem gleichen Gremium vor religiöser Intoleranz gewarnt und Initiativen für mehr Vielfalt in den zunehmend multikulturellen und vernetzten Gesellschaften verlangt. Feindseligkeit im Namen der Religion sei ein Treiber für Polarisierung und Konflikte weltweit, sagte Ghanea.

Vatikanbotschafter Balestrero forderte Platz für Glaubensäußerungen auch im öffentlichen Raum. Religion sei keine "Subkultur". Hingegen herrschten weithin antireligiöse Stimmungen auf alarmierende Weise. Fast 4,5 Milliarden Menschen, 57 Prozent der Weltbevölkerung, lebten in Ländern, in denen die Religionsfreiheit stark eingeschränkt sei, so der Nuntius unter Bezug auf einen Bericht der katholischen Fordham University in New York. Christen seien die am stärksten verfolgte Gruppe.

Vereinte Nationen verurteilen Angriffe im Roten Meer

Die Vereinten Nationen haben die Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen auf Schiffe im Roten Meer verurteilt. 2Das behindert nicht nur die Freiheit der Schifffahrt, die ein wichtiger Teil des internationalen Rechts ist, sondern hat auch das Potenzial, Chaos im globalen Handel anzurichten, und das sehen wir auch schon", sagte ein UN-Sprecher am Dienstag in New York. Zudem drohe ein "schreckliches ökologisches Desaster, sollte ein vollgeladener Tanker im Roten Meer, was ein sehr empfindliches Ökosystem hat, explodieren".

Frachtschiff auf hoher See (shutterstock)
Quelle:
KNA