Vatikan dementiert: Keine strengeren Regeln

Beim Gottesdienst nichts "Neues"

"Priester, die den Gläubigen wieder die Hostie in den Mund legen", "Hostienempfang im Knien", "Predigten mit einer maximalen Länge". Mit diesen Schlagzeilen kündigte zu Beginn der Woche eine italienische Tageszeitung Liturgiereformen der Katholischen Kirche an. Strengere Regelen - stimmt nicht, folgte nun das Dementi aus dem Vatikan.

 (DR)

Der Vatikan hat kein Dokument zur Abschaffung der Handkommunion im katholischen Gottesdienst in Vorbereitung. Das erklärte der Sekretär der vatikanischen Sakramentenkongregation, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der aus Sri Lanka stammende "zweite Mann" der Kongregation dementierte damit einen Artikel der Tageszeitung "La Stampa" vom Vortag. Die Zeitung habe unter Verwendung von Zitaten aus verschiedenen Interviews eine falsche Schlussfolgerung gezogen, so Ranjith.

Die bestehenden Normen, wie sie etwa in der Instruktion "Redemptionis sacramentum" von 2004 für eine würdige Eucharistiefeier vorgegeben wurden, seien ausreichend und sollten entsprechend angewandt werden, sagte Ranjith. "La Stampa" hatte weiter berichtet, das neue Dokument sehe vor, dass die Predigt nicht länger als zehn Minuten dauern dürfe und stets auf das Evangelium Bezug nehmen müsse.

Seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils ist es den Gläubigen freigestellt, ob sie die Kommunion stehend oder kniend empfangen wollen. Zudem ist seitdem neben der Mundkommunion auch die Austeilung der Hostie in die Hand möglich.

Kompendium für richtigen Eucharistie-Empfang
Ranjith bestätigte, dass das von Papst Benedikt XVI. nach der jüngsten Bischofssynode angekündigte Kompendium zu Verständnis und Feier der Eucharistie in Vorbereitung sei. Dabei handele es sich jedoch um einen ganz anderen Vorgang. In diesem Dokument gehe es nicht um Mundkommunion oder Predigtregeln, so der Erzbischof.

Das Kompendium solle vielmehr "Texte aus dem Katechismus der Katholischen Kirche, Orationen, Erläuterungen zu den Eucharistischen Hochgebeten des Messbuches sowie andere Elemente sammeln, die sich für das rechte Verstehen, Feiern und Anbeten des Altarssakramentes als nützlich erweisen können", so der Papst in dem nachsynodalen Schreiben "Sacramentum caritatis" von Anfang 2007.