Valencias Kirche für unbeschränkte Aufnahme von Flüchtlingen

"Der Tisch ist gedeckt"

Vor dem Hintergrund der Ankunft der "Aquarius" mit ursprünglich 629 Migranten an Bord hat sich Valencias Weihbischof Arturo Ros für eine unbeschränkte Aufnahme von Schutzsuchenden ausgesprochen. Der Tisch sei gedeckt, betonte er.

Grundnahrungsmittel Brot / © Uwe Anspach (dpa)
Grundnahrungsmittel Brot / © Uwe Anspach ( dpa )

Vergangenes Jahr habe Valencias Caritas Hilfe für 25.000 Migranten geleistet, sagte Ros, der für katholische Sozialeinrichtungen in dem ostspanischen Erzbistum zuständig ist, dem italienischen bischöflichen Pressedienst SIR (Mittwoch). "Umgangssprachlich sagt man hier: Der Tisch ist gedeckt. Ohne Grenzen", sagte der Bischof.

Netz von Einrichtungen und Diensten

Ros verwies darauf, die Kirche in Valencia verfüge über ein bestehendes Netz von Einrichtungen und Diensten sowie rund 6.000 Ehrenamtliche. Das Erzbistum sei auch in der Kommission vertreten, die sich mit der Flüchtlingsaufnahme befasse. Als Felder des kirchlichen Engagements nannte der Bischof besonders die gesellschaftliche Integration durch Berufsausbildung, Sprachunterricht und Schulen.

Vergangene Woche war der Erzbischof Valencias, Kardinal Antonio Canizares, in Rom von Papst Franziskus empfangen worden. Über Inhalte des Treffens gab der Vatikan nichts bekannt. Weihbischof Ros sagte über den Besuch seines Chefs, der Papst sei sowohl über die jüngsten Vorgänge in Valencia als auch über die Antwort der Ortskirche informiert. "Er ermutigt und beglückwünscht uns", sagte Ros.

Irrfahrt im Mittelmeer

Nach einer wochenlangen Irrfahrt im Mittelmeer waren die Migranten der "Aquarius", verteilt auf drei Schiffe, am vergangenen Sonntag nach Valencia gelangt. Zuvor hatten sich Malta und Italien geweigert, die 629 Personen an Land zu lassen. Nach Informationen von SIR sollten die Migranten in Spanien eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis von 45 Tagen erhalten. Mehr als die Hälfte, die aus dem französischsprachigen Afrika stammten, planten eine Weiterreise nach Frankreich.

Quelle:
KNA
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