Unwetter verwüstet Kloster Benediktbeuern

Millionenschaden nach Hagel und Starkregen

Ein schweres Unwetter hat am Wochenende das oberbayerische Kloster Benediktbeuern verwüstet. Der Schaden belaufe sich ersten Schätzungen zufolge auf einen höheren Millionenbetrag, sagte Sprecherin Katrin Birk.

Kloster Benediktbeuern / © Chris Redan (shutterstock)

Ernsthaft verletzt wurde Birk zufolge niemand. "Natürlich hat es durch all die Splitter und Scherben viele Schnitte gegeben. Aber niemand musste ins Krankenhaus", sagte Birk der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Unwetterschäden am Kloster Benediktbeuern / © Vondrasek/Held/Birk (Salesianer Don Boscos)

Laut Birk trafen das Kloster am Samstag orkanartige Böen, heftiger Starkregen und tennisballgroße Hagelkörner. "Die Hagelkörner flogen hier fast quer herein, hat man mir erzählt. Da sind wirklich die Fensterscheiben explodiert." Ganze Fensterreihen habe zudem der Sturm eingedrückt, Wasser sei daraufhin in die Gebäude eingedrungen.

Auf vom Kloster veröffentlichten Bildern sieht die Lage verheerend aus: Fassaden und Fensterscheiben sind zerdeppert, Fahnen zerfetzt, Wege und Plätze mit herabgestürzten Dachziegeln und Bäumen übersät.

Kloster bis 3. September geschlossen

Noch immer liefen Notfallmaßnahmen, erzählte Birk. "Es regnet hier an manchen Stellen nach wie vor ungehindert rein, davon quillt natürlich das Gebälk auf."

Unwetterschäden am Kloster Benediktbeuern / © Vondrasek/Held/Birk (Salesianer Don Boscos)

Teilweise seien Dächer und Fenster schon mit Planen überzogen worden, teilweise müsse das erst noch geschehen. "Priorität hatte die Basilika, die ja auch wertvolle Kunstschätze beherbergt. Die wurde mit einer Riesenplane überzogen." THW, Katastrophenschutz, Feuerwehr und Bergwacht hätten dabei unschätzbare Hilfe geleistet.

Unwetterschäden am Kloster Benediktbeuern / © Vondrasek/Held/Birk (Salesianer Don Boscos)

Die gesamte Klosteranlage bleibt nun bis mindestens 3. September geschlossen. Birk bat die Öffentlichkeit, dem Kloster fernzubleiben, um sich selbst nicht zu gefährden und die Aufräumarbeiten nicht zu behindern.

Fast 1.300 Jahre alt

Kloster Benediktbeuern ist fast 1.300 Jahre alt und beherbergte zunächst eine Benediktinergemeinschaft. Seit 1930 leben dort die Salesianer Don Boscos, eine katholische Ordensgemeinschaft, die sich weltweit im Sinne ihres Gründers Johannes Bosco (1815-1888) für junge Menschen einsetzt.

Mit rund 14.200 Mitgliedern in 134 Ländern zählen die Salesianer nach eigenen Angaben zu den größten Männerorden der katholischen Kirche. Zur Deutschen Provinz gehören demnach rund 200 Ordensmitglieder an rund 30 Standorten in Deutschland, der deutschsprachigen Schweiz und in der Türkei. Bekannt ist das Kloster auch als Kulisse der TV-Serie "Der Bulle von Tölz".

Quelle:
KNA