Unternehmer werben für zukunftsfähige Landwirtschaft

"Von der Arbeit leben können"

Der Bund Katholischer Unternehmer fordert einen Wandel im gesellschaftlichen Bild der Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland. Diese "müssen grundsätzlich von ihrer Arbeit leben können", betonte der BKU-Vorsitzende Ulrich Hemel.

Kartoffelernte / © LightField Studios (shutterstock)

Die Landwirtschaft erfülle einen grundlegenden Versorgungsauftrag für die Erzeugung gesunder Lebensmittel und stelle gerade auf dem Land auch immer stärker eine "innovative Säule" der Gesellschaft dar, erklärte Hemel am Dienstag in Köln.

Prof. Ulrich Hemel / © Daniel Hemel (KNA)
Prof. Ulrich Hemel / © Daniel Hemel ( KNA )

Viele landwirtschaftliche Betriebe seien jedoch durch Strukturwandel hin zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft belastet und abhängig von staatlichen Subventionen geworden.

Neues Thesenpapier veröffentlicht

Dazu hat der BKU ein neues Thesenpapier veröffentlicht. Dieses halte in zwölf Punkten wichtige Schritte für eine zukunftsfähige und stärker am Gemeinwohl orientierte Landwirtschaft fest, hieß es.

Darin fordert der Verband unter anderem eine gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten. So bräuchten Landwirte dort Entlastung, wo sie rechtliche Normen nachbessern und zugleich Aufwendungen für neue Anforderungen auf sich nehmen müssten, etwa bei der Gestaltung der Nutztierhaltung.

Ein Landwirt steht auf seiner trockenen Wiese und hofft auf Regen / © Edgar G Biehle (shutterstock)
Ein Landwirt steht auf seiner trockenen Wiese und hofft auf Regen / © Edgar G Biehle ( shutterstock )

Ebenso sollten Agrarsubventionen und die Vergütung landwirtschaftlich geprägter Zusatzleistungen bedarfsorientiert sein, um auch Kleinbauern gegenüber großen Agrarbetrieben zu stärken.

Unternehmerisches Element stärker in Mittelpunkt rücken

Beim Blick auf die Landwirtschaft müsse das unternehmerische Element stärker im Mittelpunkt stehen. "Klimawandel und Megatrends wie Regionalität und ökologische Ernährungs- und Lebensweise schaffen derzeit neue unternehmerische Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt", erklärte Hemel.

Milchkühe fressen Heu im Stall / © Benedikt Plesker (KNA)
Milchkühe fressen Heu im Stall / © Benedikt Plesker ( KNA )

Er wies darauf hin, dass Land-, Fisch- und Forstwirtschaft derzeit bereits eine der am stärksten digital operativen Branchen seien.

Zudem verweist der BKU auf soziale Komponenten der Landwirtschaft. So könne sie bei ökologischer Bildung, der Inklusion älterer Menschen, aber auch im Tourismus eine zentrale Rolle einnehmen, etwa durch das Angebot wohnortnaher und regionaler Urlaubsangebote in bäuerlichen Betrieben.

Bund Katholischer Unternehmer

Dem 1949 gegründeten Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) gehören mehr als 1.100 Inhaber-Unternehmer, Selbstständige und leitende Angestellte an.

Der BKU ist in 34 Diözesangruppen gegliedert. In den Arbeitskreisen des Verbandes entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und zur werteorientierten Führung.

Der BKU wirkt als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik. (BKU)

Geschäftsfrau am Schreibtisch / © Natee Meepian (shutterstock)
Geschäftsfrau am Schreibtisch / © Natee Meepian ( shutterstock )
Quelle:
KNA