Uni Münster bietet neuen Studiengang "Spiritual Care" an

Seelsorger für den Gesundheitsbereich

Schwerstkranke brauchen medizinische Versorgung. Viele benötigen aber auch spirituelle Betreuung. Nun soll es erstmals an einer deutschen theologischen Fakultät einen Studiengang geben, der sich des Themas annimmt.

Symbolbild Pflege / © Halfpoint (shutterstock)

An der Universität Münster werden künftig theologisch geschulte Seelsorger für den Gesundheitsbereich ausgebildet. Der Masterstudiengang "Spiritual Care", also spirituelle Betreuung, startet zum nächsten Wintersemester, wie der evangelische Theologe Traugott Roser der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte.

Studium in vier Semestern

In vier Semestern könnten Menschen ein Theologiestudium absolvieren und sich am Ende als Seelsorger in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen bewerben, so Roser, der für den Studiengang verantwortlich ist. Das Angebot sei an der Evangelisch-Theologischen Fakultät angesiedelt. Es handele sich um ein neues Modell unter den theologischen Fakultäten im deutschen Sprachraum. Für die Weltgesundheitsorganisation gehört "Spiritual Care" laut Rosner zur ganzheitlichen Versorgung Schwerstkranker und Sterbender.

"Spiritual Care" als wichtiger Teil der Seelsorge

Neben Schmerzen hätten Betroffene auch Bedürfnisse "spiritueller Art". Daher sei das Thema "Spiritual Care" aus den Diskussionen um die Zukunft von Seelsorge nicht mehr wegzudenken. Zugleich gehe den beiden großen Kirchen qualifiziertes Personal aus, das eine verlässliche Seelsorge gewährleisten kann.

Voraussetzung für das Studium ist laut Roser ein Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit, Pflegewissenschaften, Diakonik, Religionspädagogik oder einem vergleichbaren Fach. Der Studiengang etabliere eine neue Berufsgruppe der "Spiritual Care Provider". Er arbeite mit der medizinischen Fakultät sowie mit internationalen Experten zusammen.

In einer Infoveranstaltung am 26. März wollen die Verantwortlichen das neue Fach öffentlich vorstellen. Dabei sollen auch künftige Arbeitgeber sowie Kirchenvertreter zu Wort kommen.

Krankenhausseelsorge

Kranke zu besuchen, Trauernde zu trösten und Sterbenden beizustehen, gehört seit ihren Anfängen zum Kerngeschäft der Kirche. In ihrer Summe sind diese existenziellen Ausnahmesituationen in jedem Krankenhaus anzutreffen. Deshalb arbeiten Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger in Akutkrankenhäusern, in Palliativteams, in Kinderkliniken, in Psychiatrie und Maßregelvollzug sowie in Reha-Zentren, wo sie den Patienten, Angehörigen, aber auch Mitarbeitenden Beistand leisten. Sie tun dies unabhängig von Religions- und Konfessionszugehörigkeiten sowie in ökumenischer Weite und Verbundenheit.

Leerer Krankenhauskorridor / © Ground Picture (shutterstock)
Leerer Krankenhauskorridor / © Ground Picture ( shutterstock )
Quelle:
KNA