Ungewöhnliche Einnahmequelle für französische Kathedrale

Schinken im Glockenturm

In einem der Glockentürme der Kathedrale von Saint-Flour im Departement Cantal im französischen Zentralmassiv werden Schinken gepökelt. Der Erlös aus dem Verkauf soll dem Bauwerk zugute kommen.

Schinken / © Alexander Brüggemann (KNA)
Schinken / © Alexander Brüggemann ( KNA )

Kirche in Frankreich

Die katholische Kirche in Frankreich zählt zu den traditionsreichsten und geistesgeschichtlich wichtigsten in Europa. Marksteine ihrer reichen Geschichte sind etwa für das christliche Mittelalter die Taufe von Frankenkönig Chlodwig, die Reichskirche Karls des Großen ("Charlemagne"), die großen Ordensbewegungen und das "Zeitalter der Kathedralen"; weiter die Religionskriege des 16./17. Jahrhunderts, die nationalkirchliche Strömung des "Gallikanismus", die Aufklärung und die Französische Revolution. Zu Frankreichs Kulturerbe gehören ungezählte Klöster und Kathedralen von Weltrang.

Französische Fahne / © Rick Hawkins (shutterstock)

"Das ist eine Premiere; das gibt es nirgends sonst", sagte Metzgermeister Patrice Boulard dem Fernsehsender TV1 in dem rund 900 Meter hoch gelegenen Ort.

Reifung dauert bis zu zwölf Monate

57 Schinken hängen demnach nur wenige Meter von den Glocken entfernt. Ihre Reifung dauert laut dem Bericht drei bis zwölf Monate, außer Reichweite und fernab jeder Hitze. Etwa 15 Schinken seien bereits von Pariser Sterne-Restaurants reserviert. Der Rektor der Kathedrale, Philippe Boyer, nannte seine Genehmigung für das Projekt "eine Frage guten Geschmacks"; es verbinde historisches und gastronomisches Erbe des Cantal.

Höchstgelegene Bischofskirche Europas

Die Einnahmen für die Kirche, rund 5.000 Euro, sollen Reparaturarbeiten zugutekommen. "Eine wunderbare Wohltat", sagte Daniel Blanquet vom Verein Freunde der Kathedrale. – Die Kathedrale Saint-Flour, früher eine Prioratskirche der Abtei von Cluny, ist die höchstgelegene Bischofskirche Europas.

Quelle:
KNA