Die Ebola-Epidemie in Westafrika nimmt nach UN-Angaben erschreckende Ausmaße an. Inzwischen seien in Guinea, Liberia und Sierra Leone mindestens 603 Menschen an der hochansteckenden Krankheit gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mit. Insgesamt 964 Menschen seien erkrankt. Dies sei der schlimmste Ebola-Ausbruch seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976.
In 90 Prozent tödlich
Allein vom 8. bis 12. Juli zählten die Gesundheitsbehörden in den drei Ländern laut WHO 85 neue Fälle, 68 Menschen seien in dem Zeitraum gestorben. Zur Eindämmung der Epidemie hatten die Regierungen der Region und die WHO Anfang Juli einen Aktionsplan beschlossen. Auf einem Krisengipfel in der ghanaischen Hauptstadt Accra verständigten sie sich zudem auf ein regionales Kontrollzentrum in Guinea, das den Kampf gegen die Krankheit koordinieren soll. Ebola sei eine internationale Gefahr, betonten die WHO-Experten.
Am stärksten betroffen ist Guinea, wo im März die ersten Fälle bekannt wurden. Übertragen wird das Fieber durch direkten Körperkontakt und über Körperflüssigkeiten. Gegen Krankheit, die mit grippeähnlichen Symptomen beginnt, gibt es weder Impfung noch Medikamente. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft Ebola tödlich.