Überwältigt von Solidarität

 (DR)

Die Synagogen-Gemeinde Köln hat sich dankbar über die öffentliche Solidarität nach Anfeindungen gegen ihren Rabbiner Yechiel Brukner gezeigt. Der Vorstand sei überwältigt von den vielen "positiven, persönlichen und empörten Stellungnahmen" als Reaktion auf Medienberichte über die antisemitischen Beschimpfungen, erklärte die Synagogengemeinde am Mittwoch in Köln. "Jede davon ist ein Signal gegen Antisemitismus und zeigt uns, dass wir den Kampf gegen Judenfeindlichkeit nicht allein führen, sondern dass wir viele Menschen an unserer Seite wissen können."

Die Reaktionen zeigten, dass die Solidarität für jüdische Menschen in Köln fest verankert sei und im rechten Moment auch gelebt werde, erklärte die Gemeinde. "Dies ist ein Zeichen für alle, dass die Kölner Stadtgesellschaft bereit ist, gegen Antisemitismus aufzustehen."

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der neue Rabbiner der Kölner Synagogengemeinde, Yechiel Brukner, auf öffentliche Verkehrsmittel verzichtet, weil er in Bussen und Bahnen in Köln massiv beschimpft wurde. Die verbalen Angriffe seien aus allen Teilen der Gesellschaft gekommen, von Migranten genauso wie von Deutschen aller Altersgruppen, berichtete die "Kölnische Rundschau". Der Rabbiner, der im September seine Arbeit in Köln aufgenommen hat, nutzt nun anders als geplant doch einen Dienstwagen. (epd. 03.04.2019)