Wie soll Weihnachten sonst ein Fest der Liebe werden?

Tür auf!

Die Flüchtlinge vor den Grenzzäunen Europas, ob vor Belarus, im Ärmelkanal oder am Mittelmeer, sollen besser draußen bleiben? Das ist nicht nur in der Adventszeit besonders unchristlich, sagt Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen.

 © DOMRADIO (DR)
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Was für eine verrückte Welt: Da öffnen wir Tag für Tag ein Türchen am Adventskalender. Freuen uns jeden Tag mehr auf Weihnachten, das Fest der Liebe. Doch die Tür unseres Herzens bleibt viel zu oft zu. Die Flüchtlinge vor den Grenzzäunen Europas, ob vor Belarus, im Ärmelkanal oder am Mittelmeer, sollen besser draußen bleiben. "Wir können doch nicht die ganze Welt retten - wir haben doch selber Probleme bis unters Dach!"

Nein - vielleicht nicht die ganze Welt. Aber wenn wir uns Christen nennen, sollten wir nicht vergessen, dass vor 2000 Jahren die Eltern Jesu auch vor verschlossenen Türen standen. Fremde - die niemand aufnehmen wollte. "Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen!" - das Wort Jesu gilt. Bis heute! Christen können sich nicht einfach so daran vorbeimogeln.

Der Papst wird nicht müde, uns daran zu erinnern. Schon vor seiner aktuellen Reise nach Zypern und Griechenland machte er klar, dass das Mittelmeer nicht der größte Friedhof Europas bleiben dürfe. Wie schon zuvor besucht der Papst wieder ein Flüchtlingslager: "Ich komme als Pilger zu den Quellen der Menschlichkeit!" betont Franziskus unermüdlich. Wenn es in diesen dunklen Tagen bis Weihnachten jeden Tag ein wenig heller werden soll, dann müssen wir die Türen unserer Herzen öffnen. Nicht nur für alle, die uns lieb und vertraut sind. Sondern gerade auch für unsere unbekannte Schwester - für den Not leidenden Bruder! Dann muss jeden Tag neu die Quelle der Menschlichkeit in uns sprudeln. Wie soll denn sonst Weihnachten ein Fest der Liebe werden?

Ingo Brüggenjürgen Chefredakteur DOMRADIO.DE

PS: Im unserem DOMRADIO.DE Programm berichten wir jeden Tag neu, wo und wie Menschen die Welt ein wenig heller machen. Klar, wir können die Corona-, Klima- und Kirchenkrise – und all die anderen schlechten Nachrichten nicht einfach ausblenden. Doch es gibt so viele Menschen, die rackern, ackern und Mut machen. So zeigt unser "guter Draht nach oben" eindrucksvoll auf, wie Leben und Liebe gelingen kann.