Kriminalbeamte wollen mehr Mittel für psychisch Kranke

Traumatisierte Täter

Nach der Messerattacke von Würzburg hat der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, eine bessere Ausstattung des psychiatrischen Bereichs gefordert. Oft seien die Einzeltäter traumatisiert.

Kerzen und Blumen liegen vor einem geschlossenen und abgesperrten Geschäft in der Würzburger Innenstadt / © Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Kerzen und Blumen liegen vor einem geschlossenen und abgesperrten Geschäft in der Würzburger Innenstadt / © Karl-Josef Hildenbrand ( dpa )

"Wie beim Anschlag von Hanau oder der Tat am Frankfurter Flughafen haben wir es auch im Fall von Würzburg offenbar mit einem psychisch kranken Täter zu tun", sagte Fiedler vom BdK den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online/Montag). 35 Prozent der zwischen 2000 und 2015 allein handelnden Attentäter seien psychisch erkrankt gewesen.

"Dramatischer Fachkräftemangel"

Wer an bestimmten Arten von Schizophrenie leide, trage ein erhebliches Risiko in sich, zum Gewalttäter zu werden, sagte Fiedler. Er beklagte "einen dramatischen Fachkräftemangel in der Psychiatrie, der verhindert, dass die Kranken ausreichend behandelt werden".

Ein besonders Problem seien Menschen, die aufgrund traumatischer Kriegserfahrungen psychisch erkranken. Ein 24-jähriger Somalier hatte am Freitag in Würzburg drei Frauen getötet und mehrere Menschen verletzt. Sein Motiv blieb am Wochenende weitgehend unklar.

Angriff auf Mitbewohner

Nach Angaben des Bamberger Generalstaatsanwalts Wolfgang Gründler war der Mann in der jüngsten Vergangenheit bereits wegen eines Angriffs auf Mitbewohner aufgefallen und vorübergehend in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen worden.


Quelle:
epd