Theologe: Religionslehrer treibende Kraft für Erinnerungskultur

Antisemitismus im Unterricht

Der Theologe Reinhold Boschki sieht Religionslehrer als die treibenden Kräfte für Themen wie Antisemitismus und Erinnerung an den Holocaust. Dies sagte er auf der Wiener internationalen Konferenz über Antisemitismus.

Judenstern / © Elisabeth Schomaker (KNA)
Judenstern / © Elisabeth Schomaker ( KNA )

Die Pädagogen organisierten in ihren Schulen Ausflüge an Erinnerungsorte sowie Treffen mit Experten und jüdischen Mitbürgern, zudem hätten sie viele Ideen für die Gestaltung des Unterrichts zu diesen Themen, sagte der Tübinger Theologe Reinhold Boschki in Wien.

Umfrage zum Nationalsozialismus im Unterricht

Dort sprach er bei der am Donnerstag zu Ende gehenden internationalen Konferenz vor rund 120 Antisemitismusforschern über das von ihm mitgetragene Projekt Remember. Dazu gehört eine Online-Befragung, bei der sich rund 1.250 Religionslehrer zu der Frage äußerten, wie sie mit der Ermordung der Juden im Nationalsozialismus und mit interreligiösen Fragestellungen im Unterricht umgehen.

In einem Grußwort für den Kongress hatte Papst Franziskus dazu aufgerufen, den Hass gegen Juden zu bekämpfen. Es gelte, eine "Kultur der Verantwortung, der Erinnerung, der Nähe" und eine Allianz gegen Gleichgültigkeit zu schaffen. "Gleichgültigkeit lähmt und hindert, das Richtige zu tun", so Franziskus in seinem Grußwort.

Feindseligkeit gegenüber Minderheiten - "Teil der Gegenwart"

In einer Rede des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen heißt es, die Vertreibung und Ermordung der Juden während des Nationalsozialismus habe in der österreichischen Gesellschaft eine "riesige Leere" hinterlassen. Antisemitismus sei auch heute Thema und die Feindseligkeit gegenüber Minderheiten "ein beängstigender Teil der Gegenwart".

Organisiert wurde der Kongress von der Universität Wien in Kooperation mit der New York University, der Tel Aviv University und dem "European Jewish Congress".


Quelle:
KNA