Symbolische Überführung des heiligen Martin nach Tours

Bootsfahrt mit Statue

Vor dem Gedenktag des heiligen Martin von Tours an diesem Freitag hat auf der Loire dessen symbolische Überführung in seine Bischofsstadt begonnen. Um den Ort La Chapelle rankt eine von vielen Legenden um den Heilgen Martin.

Überführung des Martin von Tours / © Alexander Brüggemann (KNA)
Überführung des Martin von Tours / © Alexander Brüggemann ( KNA )

Eine Schifferbruderschaft nahm eine Martinsstatue, den Mantel des Heiligen und eine Seemannskiste in Chouze-sur-Loire in der Nähe von dessen Sterbeort Candes an Bord eines traditionellen flachen Lastkahns und legte das erste Teilstück Richtung Tours zurück. Einige Wanderer begleiteten das Boot am Ufer.

"Mahl des Teilens"

Im Martinsort La Chapelle-sur-Loire fand dann im Gedenken an Sankt Martin ein "Mahl des Teilens" statt. Ortsvorsteher, Festausschuss und Vereine des 1.500-Einwohner-Dorfes luden Schiffer, Martinswanderer und Passanten zu der Mahlzeit am Martinsfeuer ein.

Bürgermeisterin Danielle Thiry mahnte mit Blick auf den Wahlausgang in den USA mehr Mitmenschlichkeit an. Ohne Solidarität und Barmherzigkeit, wie sie der heilige Martin gezeigt habe, verliere eine Gesellschaft ihren Zusammenhalt.

Zum 1.700. Geburtstag des heiligen Bischofs Martin von Tours (316-397) haben zwölf nationale Martinsgesellschaften 2016 unter Federführung von Tours ein europäisches Gedenkjahr gefeiert. Es gipfelt in dieser Woche mit dem katholischen Festtag des Heiligen.

"Sommer des heiligen Martin"

Martin war am 8. November 397 bei einem Pfarreibesuch im Örtchen Candes gestorben. Die gut 50 Kilometer lange Rückführung des Leichnams über Langeais bis nach Tours dauerte drei Tage. Die Beisetzung fand am 11. November statt; seitdem wird dieser Tag und nicht wie üblich der Todestag als kirchlicher Festtag Sankt Martin begangen.

Der Ort La Chapelle (von lateinisch "cappa alba", weißer (Soldaten-)Mantel) nahm der Legende nach bei der Vorbeifahrt des heiligen Martin das Christentum an. Am Ufer sprossen plötzlich weiße Blüten - der "Sommer des heiligen Martin". Der Ausdruck bezeichnet im Französischen bis heute einen besonders schönen Herbst.


Quelle:
KNA