Suspendierte Priester halten gegen Widerstand der Kirche an Plan fest

Ärger um Abendmahl

Das von zwei Kölner Priestern für Mittwochabend geplante Abendmahl für Christen aller Konfessionen stößt auf Widerstand beim Erzbistum Berlin. Erzbischof Rainer Maria Woelki droht den beiden vom Dienst suspendierten Priestern in einem Brief "mit rechtlichen Konsequenzen".

 (DR)

Bistumssprecher Stefan Förner bestätigte am Dienstag (20.09.2011) gegenüber domradio.de einen Bericht des Berliner "Tagesspiegel" über einen Brief des Erzbischofs. Die Zeitung zitiert Woelki mit den Worten: "Als Ortsordinarius untersage ich Ihnen ausdrücklich die Feier der Heiligen Eurcharistie im Erzbistum Berlin." Eine Zuwiderhandlung sei "ein schwerwiegender Angriff gegen die Einheit der Kirche".Das Abendmahl soll am Vorabend des Deutschlandbesuches von Papst Benedikt XVI. in der evangelischen St.Thomas-Kirchengemeinde in Berlin-Kreuzberg gefeiert werden. Dabei sind anders als sonst bei katholischen Messen Christen aller Konfessionen zum Abendmahl eingeladen."Wir glauben, dass wir in der ökumenischen Diskussion leben müssen", begründete der katholische Priester Christoph Schmidt, der zusammen mit seinem Lebenspartner, Priester Norbert Reicherts, den Gottesdienst leiten wird, sein Vorhaben. Schmidt will auch nach dem Brief Woelkis an seinen Plänen festhalten, sagte er der Zeitung. Die beiden katholischen Geistlichen haben nach eigenen Angaben ihr Amtspriestertum 1998 aufgegeben, verstehen sich aber weiterhin als Priester.Berliner Bischof Dröge kritisiert geplante illegale MesseDie Kirchengemeinde St. Thomas tritt als Gastgeber für die katholische Abendmahlsfeier auf. Der evangelische Berliner Landesbischof Markus Dröge hatte die geplante Messe kritisiert. "Es ist nicht zu erwarten, dass dadurch das ökumenische Gespräch über die gemeinsame Feier am Tisch des Herrn weiterführende Impulse bekommt", sagte Dröge. Zugleich erklärte er, die Entscheidung, einen Raum für die Feier zur Verfügung zu stellen, liege in der Verantwortung der Kirchengemeinde. Nach evangelischem Verständnis seien alle Getauften zum Abendmahl eingeladen.Die gastgebende Thomasgemeinde betonte unterdessen, dass keine ökumenische Abendmahlsfeier geplant sei, wie es sie - mit Geistlichen beider Konfessionen - am Rande des Ökumenischen Kirchentags 2003 in Berlin gab. "Wir als Protestanten gewähren einer katholischen Gruppe Gastrecht in einer unserer Kirchen, damit sie hier eine nach ihrem Verständnis gültige Eucharistiefeier begehen kann", so der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Mitte, Bertold Höcker.