Während der sogenannten Avignoner Gefangenschaft von 1309 bis 1377 residierten die Päpste – allesamt Franzosen – in der südfranzösischen Stadt Avignon, wo mehrere kunstvoll gestaltete Ablassurkunden ausgestellt wurden.
Auch die in der Stuttgarter Schau "Kostbare Schätze aus 750 Jahren deutsch-französischer Begegnungen" präsentierte mittelalterliche Urkunde sei reich an bunter Bemalung, kündigte das Hauptstaatsarchiv am Donnerstag an. Im 16. Jahrhundert führte der Streit um den käuflichen Erwerb des Ablasses - also des Erlasses zeitlicher Bußstrafen für Sünden - zu Reformation und Kirchenspaltung.
Zeugnisse deutsch-französischer Geschichte
Die Ausstellung präsentiere herausragende Zeugnisse deutsch-französischer Geschichte von 1274 bis in die Gegenwart, hieß es. Die thematisierten historischen deutsch-französischen Kontakte umspannen den Angaben zufolge "geistliche Begegnungen und dynastische Bündnisse im Mittelalter", aber auch künstlerische Verbindungen und kulturellen Austausch in der Frühen Neuzeit.
Zudem gebe es Bezüge zu den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts, den NS-Verbrechen, der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Weg in ein geeintes Europa. In der Ausstellung könne man die deutsch-französische Geschichte in ihren Höhen und Tiefen beeindruckend authentisch erfahren.
Zweisprachige Ausstellung
Württemberg und Frankreich waren und sind vielfach eng verbunden. Anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung des Institut Français in Stuttgart zeigt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart nun die zweisprachig arrangierte Sonderausstellung.
Zu sehen sind Dokumente aus den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart - das zum Landesarchiv Baden-Württemberg gehört - sowie internationale Leihgaben von Kunstobjekten. Die Ausstellung wird bis 24. Juli gezeigt.