Studie benennt Singapur als religiös vielfältigstes Land

Deutschland auf Platz 20

Die Staaten mit der weltweit größten Vielfalt in Sachen Religion liegen zwar nicht in Europa, aber auch auf dem alten Kontinent hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Ein Land sticht dabei besonders hervor.

Symbolbild: Interreligiöser Dialog / © godongphoto (shutterstock)
Symbolbild: Interreligiöser Dialog / © godongphoto ( shutterstock )

Singapur ist das religiös vielfältigste Land der Welt. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des renommierten Washingtoner Pew Research Center. Buddhisten machen in dem südostasiatischen Stadtstaat 31 Prozent der Bevölkerung aus. Aber auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit (20 Prozent), Christen (19 Prozent), Muslime (16 Prozent), Hindus (5 Prozent) und Angehörige anderer Religionen (9 Prozent) sind in erheblichem Ausmaß vertreten.

Für die Auswertung untersuchten Forscher mehr als 200 Länder und Territorien. Daten und Schätzungen aus dem Jahr 2010 wurden mit aktualisierten Werten aus 2020 verglichen. Eingeflossen ist den Angaben zufolge, wie sich die Bevölkerung jeweils auf diese sieben Gruppen verteilt: Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten, Juden, sonstige Religionen und Religionslose. Auf dieser Basis wiederum wurde der jeweilige Grad an Diversität eingeordnet.

Die meisten Länder mit "sehr hoher" religiöser Diversität liegen im Asien-Pazifik-Raum - Singapur, Taiwan, Südkorea - oder in Subsahara-Afrika - Mauritius, Guinea-Bissau, Togo und Benin.

Niederlande rutschen ab

Bemerkenswert aus europäischer Sicht: Die Niederlande sind nicht mehr in den Top Ten vertreten und liegen nur noch auf dem 15. Platz. Das europäische Land mit der größten religiösen Vielfalt ist nun laut der Studie Frankreich auf Platz 10. Zwar ist die Bevölkerung dort zu einem großen Teil (46 Prozent) immer noch christlich. Doch fast gleichauf liegen die Religionslosen mit 43 Prozent. Neun Prozent sind Muslime.

Auch in Deutschland hat die religiöse Vielfalt zugenommen: Die Bundesrepublik rückt im internationalen Vergleich vom 27. auf den 20. Rang. Der Anteil der Christen wird mit rund 56 Prozent beziffert. Es folgen die Religionslosen mit 36 und Muslime mit 6,5 Prozent.

USA Spitzenreiter unter den größten Nationen

Die als religiös vielfältig geltenden USA liegen insgesamt zwar nur auf dem 32. Platz. Aber vergleicht man die zehn bevölkerungsreichsten Nationen untereinander, sind die Vereinigten Staaten Spitzenreiter - gefolgt von Nigeria, Russland, Indien und Brasilien.

In drei untersuchten Staaten liegt die religiöse Vielfalt nahe Null: Somalia, Afghanistan und Jemen. In jedem dieser Länder machen Muslime 99,8 Prozent oder mehr der Bevölkerung aus.

Quelle:
KNA