Steigende Nachfrage bei katholischer Schwangerenberatung

110.000 Frauen suchten Hilfe

Die katholischen Schwangerenberatungsstellen verzeichnen eine wachsende Nachfrage. Grund für den vermehrten Kontakt sind auch die steigende Zahl von weiblichen Flüchtlingen, deren Beratung besondere Zuwendung erfordert.

Schwangere / © Zoltan Balogh (dpa)
Schwangere / © Zoltan Balogh ( dpa )

2015 wandten sich bundesweit rund 110.000 Frauen an die Expertinnen der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), wie die Caritas am Montag in Freiburg mitteilte. Das entspricht im Vergleich zu 2013 einem Plus von rund zehn Prozent. 2014 hatten sich etwa 105.000 Frauen an eine der 270 Beratungsstellen gewandt. Etwa 3.500 Menschen suchten zudem Hilfe über die neue Online-Beratung.

Traumatisierte Flüchtlingsfrauen

Gestiegen ist auch die Zahl der ratsuchenden ausländischen Schwangeren. Dies gelte sowohl für Frauen aus EU-Staaten als auch aus dem nicht-europäischen Ausland. Auch hier weist der Jahresbericht einen Anstieg von etwa zehn Prozent aus. Die Beratung von Ausländerinnen sei häufig schwierig und aufwendig, so die Caritas.

Geflüchtete Schwangere aus Syrien, Afghanistan oder Irak kämen häufig in schlechter körperlicher und seelischer Verfassung in die Beratungsstellen, betonte der Sozialverband. Viele Frauen seien wegen Krieg, Gewalt und Flucht traumatisiert. Große Probleme bereite die Verständigung, gerade wenn es um intime Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt gehe.

Ausbau geplant

SkF und Caritas kündigten an, ihre Hilfsangebote für Flüchtlingsfrauen weiter auszubauen. Zentral sei auch eine Begleitung über die Dauer der Schwangerschaft hinaus, um eine gute Mutter-Kind-Beziehung zu ermöglichen. Häufig mangele es besonders in den Sammelunterkünften an Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten.


Quelle:
KNA