Stan Lafleurs „stillsitzende Flussschau“

„Rhein-Meditation“

„Seit ich denken kann, vielleicht sogar noch länger, lebe ich am Rhein. Mittlerweile ahne ich: er durchfließt mich, mehr noch, ich halte es für möglich, dass er mein Leben vorgibt“, schreibt Stan Lafleur in seinem Buch „Rhein-Meditation“. Der Kölner Autor beschäftigt sich in seinen Büchern und auf seiner Internet-Seite rheinsein.de immer wieder mit dem prominenten Fluß. „Wenn es in Europa einen heiligen Fluss gibt, dann ist das am ehesten der Rhein“, sagt er.

Grenzfluss Rhein / © Stefan Quilitz
Grenzfluss Rhein / © Stefan Quilitz

Was ist eigentlich eine Meditation? Stan Lafleur sagt, die Antwort habe auch da der Fluß vorgegeben. Dabei gehe es darum, dass die ganze Sache im Fluß ist: das Schreiben, das Denken und nicht wirklich an einer Ecke allzu greifbar wird. Lafleur betrachtet den Rhein von den Quellen bis zur Mündung. „Der Beginn des Buches spielt in den Alpen und dort ist Religion noch sehr präsent. Die Szenen dort sind religiös stark aufgeladen – auch mit Szenen aus der Vergangenheit“, sagt der Autor. Für den Ich-Erzähler bleibt Gott allerdings ein ständig schwankendes Gebilde, zu dem er eine Beziehung hat, die aber nie völlig klar wird. Dagegen stellt er in seinem Buch eine zweite Person, Mara, die Geliebte des Erzählers, die aus dem katholischen Süden kommt und katholisch gläubig ist.

„Rhein-Meditation“ ist ein poetisches Buch, eine Liebeserklärung an den Rhein, ein Buch, das in die Geheimnisse des Flusses eintaucht, Worte für den Zauber des Rheins findet, ohne ihn zu entzaubern.

Termin: 22.01. um 20 Uhr / Stan Lafleur liest aus "Rhein-Meditation" im Hochwasserpumpwerk Köln, Schönhauser Straße / Eintritt frei

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