Spaniens Regierung will Kirchenfinanzierung ändern

Geld im voraus

Spaniens Regierungspartei Partido Popular plant, das Finanzierungssystem für die katholische Kirche zu reformieren. Künftig soll es Vorauszahlungen an die Kirche geben. Die Partei Vereinigte Linke will dagegen, dass sich die Kirche selbst finanziert.

Eine ewige Baustelle: die Sagrada Familia (KNA)
Eine ewige Baustelle: die Sagrada Familia / ( KNA )

Ziel sei es, einen "stabilen" Mechanismus einzuführen, zitiert die spanische Nachrichtenagentur "Europa Press" aus einem entsprechenden Entwurf. Demnach soll der Staat der katholischen Kirche Spaniens 2016 eine Vorauszahlung auf das Jahreskirchensteueraufkommen in Höhe von monatlich rund 13,2 Millionen Euro zahlen. Damit blieben die jährlichen Zuweisungen an die Kirche mit etwa 159 Millionen Euro auf dem gleichen Niveau wie 2014 und 2015. Bislang waren die monatlichen Zahlungen an die Kirche von der aktuellen Steuerschätzung für das laufende Jahr abhängig. Laut dem Entwurf sollen künftig die Ergebnisse des Vorjahres Grundlage der Berechnung sein.

In Spanien entscheiden Steuerpflichtige Jahr für Jahr freiwillig mit ihrer Steuererklärung, ob ein 0,7-Prozent-Anteil ihrer Steuerschuld entweder der Kirche oder anderen sozialen oder kulturellen Zwecken zufließt. In der Opposition regt sich Widerstand gegen die Regierungspläne. Ein Gegenentwurf der Partei Vereinigte Linke (Izquierda Unida) sieht vor, den Kirchensteuersatz von 0,7 auf 0,5 Prozent zu senken. Dies hätte zur Folge, dass die katholische Kirche 2016 lediglich 9,5 Millionen Euro monatlich vom Staat erhielte. Zudem wollen die Linken das System langfristig auf eine komplette "Selbstfinanzierung" der Kirche umstellen.


Quelle:
KNA