Bistum Münster hilft Brasilien und Kenia mit 200.000 Euro

"Solidarität darf keine Grenzen kennen"

Das Bistum Münster stellt in der Corona-Krise 100.000 Euro Soforthilfe zum Aufbau einer Intensivstation in Brasilien zur Verfügung. Weitere 100.000 Euro sollen gegen die Heuschreckenplage in Kenia verwendet werden. 

Geld im Kollektenkorb / © Harald Oppitz (KNA)
Geld im Kollektenkorb / © Harald Oppitz ( KNA )

In Brasilien werde ein Krankenhaus der Franziskaner im unteren Amazonasgebiet unterstützt, teilte die Diözese am Freitag mit. Weitere 100.000 Euro gehen an Caritas international für den Kampf gegen die größte Heuschreckenplage im Norden Kenias seit 70 Jahren. Täglich vertilgten die Schwärme dort Nahrungsmittel für 35.000 Menschen.

Anderen gehe es noch schlechter 

"Bei allen sehr verständlichen Sorgen, die wir selbst aktuell in unserem Land wegen der Corona-Pandemie haben, dürfen wir doch nicht aus dem Blick verlieren, dass es Menschen an anderen Stellen unserer Welt noch sehr viel schlechter geht", erklärte Generalvikar Klaus Winterkamp. "Solidarität darf keine Grenzen kennen."

Der aus dem Bistum Münster stammende Bischof von Obidos in Brasilien, Johannes Bahlmann, hat in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur über die Not in dem Land im Kampf gegen die Pandemie berichtet. Es gelten dieselben Maßnahmen wie im restlichen Land, so Bahlmann. Man solle zu Hause bleiben, laute die Regel. Das Problem sei jedoch, dass es die Leute nicht gewohnt seien, ständig daheim zu sein. "Hier ist es heiß, und die Leute bewegen sich sonst viel auf der Straße. Deswegen ist es eine große Herausforderung für sie, sich daran zu halten." 

Bahlmann: Leute sind verunsichert

Die Menschen hätten sehr viel Angst. "Denn sie wissen, dass diese Krankheit etwas Besonderes ist. Es liegt Gefahr in der Luft, und deshalb sind die Leute sehr verunsichert. Zumal gesicherte Informationen auch nicht wirklich vorliegen. Es wird viel berichtet, es wird viel gesprochen, aber Informationen, die tatsächlich wahr sind, hat man kaum. Keiner weiß, wo man wirklich dran ist. Deshalb sind die Leute gestresst, auch weil sie nicht wie sonst frei auf die Straße können." 

Es fehle an allem 

Es fehle an Ärzten, Pflegepersonal, Krankenhäusern, Beatmungsgeräten, Schutzkleidung, Tests und Möglichkeiten einer Intensivmedizin. Zudem mangele es dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro offenbar an der Einsicht in den Ernst der Lage.

Klaus Winterkamp / © Michael Bönte (KNA)
Klaus Winterkamp / © Michael Bönte ( KNA )
Quelle:
KNA
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