Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Sein Vater lebt seit langem wieder im Nordirak, in der Stadt Sulaimaniyya. Mit ihm steht er in ständigem Kontakt. „Flüchtlingsmassen drängen zurzeit nach Sulaimaniyya. Wenn jetzt der Winter kommt, gibt es dort eine Katastrophe“, erzählt Fatah im domradio.de Interview.
Für seinen Roman „Der letzte Ort“ hat er auf vielen Reisen im Irak recherchiert. Er kennt die Situation dort. „Man muss sich klar machen, dass die Gewaltwelle, die wir jetzt erleben, von Syrien herüberschwappt. Und wir wussten doch alle, dass die Dinge dort im Argen liegen“. In seinem Roman erzählt er die Vorgeschichte des Krieges, er schildert den Siegeszug der IS-Dschihadisten. Aber „Der letzte Ort“ ist viel mehr als nur ein Roman, der die politische Situation erklärt.
„Es geht um die Angst vor dem letzten Ort, an dem er gebracht werden wird“, sagt Fatah. Er schickt seinen Romanheld Albert durch die Hölle. Immer wieder fragt sich Albert, wie es soweit kommen konnte? Er sucht nach einem Sinn, nach Antworten, die ihn am Leben halten, und so erzählt er sich seine Geschichte und spinnt sich einen roten Faden, der seine Vergangenheit sein könnte. Albert ist nicht religiös, aber er ist ein Sinnsucher und „solange es einen Sinn geben könnte, gibt er nicht auf“, sagt Sherko Fatah.