Serbischer Bischof will "Europride" in Belgrad "verfluchen"

LGBTI-Organisation erstattet Strafanzeige

Der serbisch-orthodoxe Bischof Nikanor Bogunovic hat mit drastischen Worten zur kommenden "Europride" in Belgrad für Schlagzeilen gesorgt. Der Geistliche sagte, er werde alle Teilnehmer der Homosexuellen-Parade "verfluchen".

Homosexuelles Paar / © Jose Luis Carrascosa (shutterstock)
Homosexuelles Paar / © Jose Luis Carrascosa ( shutterstock )

Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Die Veranstaltung (12. bis 18. September) sei eine Schande für die Hauptstadt Serbiens. "Wenn ich eine Waffe hätte, würde ich sie benutzen", so der Bischof. Aber er habe keine.

LGBTI-Organisation erstattet Strafanzeige

Die Worte lösten eine Welle der Empörung aus. Eine LGBTI-Organisation erstattete Strafanzeige. Präsident Aleksandar Vucic distanzierte sich in einer Stellungnahme. Allerdings gab es auch Zustimmung aus rechts-konservativen Kreisen, die sich für ein Verbot der "Europride" einsetzen. Sie sehen in der Schwulenparade eine Provokation und einen Angriff auf traditionelle Werte.

Theologe: Bibel verurteilt Homosexualität nicht

Nach Ansicht des Bonner Professors für die Exegese des Alten Testamtens, Ulrich Berges, verbietet die Bibel Homosexualität nicht. Das gelte auch für Levitikus 18, 22, sagte Berges im Gespräch mit DOMRADIO.DE.

"Der Text Levitikus ist ungefähr 500 Jahre vor Christus geschrieben worden. Er bezieht sich immer auf einen Analverkehr zwischen Männern, wobei der Analverkehr immer ein Akt der Demütigung ist. Das ist also überhaupt nicht zu vergleichen mit einer freien, zwischen gleichen Partnern geschlossenen oder versprochenen Lebensbeziehung", so Berges.

Homosexuelles Paar / © LikClick (shutterstock)

Quelle:
KNA