Schmutziges Wasser kann tödlicher sein als Waffen

"Wasser ist ein Menschenrecht"

In Staaten mit langanhaltenden Konflikten sterben Kinder oft häufiger an den Folgen von verseuchtem Wasser als durch unmittelbare Gewalt. Das hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, zum Weltwassertag mitgeteilt. 

Wassermangel im Jemen / © Mohammed Mohammed (dpa)
Wassermangel im Jemen / © Mohammed Mohammed ( dpa )

Kinder unter 15 Jahren haben demnach ein fast dreimal höheres Risiko, an Durchfall oder Krankheiten zu sterben, die auf verseuchtes Wasser zurückzuführen sind, als durch direkte Waffengewalt.

Das Risiko steige, je jünger die Mädchen und Jungen sind, heißt es in dem Bericht "Wasser unter Beschuss", den Unicef zum Weltwassertag vorlegt. In vielen Konfliktgebieten sei das Risiko für Kinder unter fünf Jahren fast 20 Mal höher, an wasserbedingten Durchfallerkrankungen zu sterben, als an direkten Kampfhandlungen.

Der vorgelegte Bericht untersuchte die Kindersterblichkeit in 16 Ländern, die von langanhaltenden Konflikten betroffen sind, darunter Syrien, Jemen, Südsudan, Nigeria und die Ukraine.

 

 

Unicef ruft Konfliktparteien weltweit dazu auf, Kinder zu schützen und Angriffe auf Wasserwerke, Schulen oder Krankenhäuser zu stoppen.

Regierungen müssten bei internationaler humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit mehr tun, um eine nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sicherzustellen.

Eingeschränkter Zugang

Im Krieg sei der Zugang zu sauberem Wasser oft stark eingeschränkt: Wasserwerke, Brunnen und Leitungssysteme seien häufig zerstört, die Beschaffung von sauberem Wasser werde "aufwendig und gefährlich", heißt es. "Ohne sichere Wasserversorgung sind Kinder von Mangelernährung und vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Typhus, Cholera und Polio bedroht. Krankenhäuser und Schulen können nur eingeschränkt arbeiten." Häufig sei keine Reparatur möglich, weil notwendige Ersatzteile oder Geräte fehlten.

Im Jemen habe die größte Choleraepidemie seit Jahrzehnten um sich gegriffen. Im Nahen und Mittleren Osten litten viele Länder unter chronischem Wassermangel, darunter Jordanien, so Unicef.

"Angriffe auf das Leben von Kindern"

"Wasser ist ein Menschenrecht. Ohne sauberes Wasser kann kein Mensch überleben und sich kein Kind gut entwickeln - das gilt in Krisensituationen umso mehr", betonte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider.

"Die ohnehin schon furchtbare Lage für Kinder in Konfliktgebieten verschärft sich noch weiter, wenn die Wasserinfrastruktur und Sanitäranlagen gezielt unter Beschuss genommen werden. Dies sind Angriffe auf das Leben von Kindern."


Quelle:
KNA