Jesuit Mertes kritisiert kirchliche Personalpolitik der letzten Jahrzehnte

"Scherbenhaufen von 30 oder mehr Jahren"

Der Jesuit Klaus Mertes sieht seine Kirche "vor dem Scherbenhaufen von 30 oder mehr Jahren verfehlter Personalpolitik". Verantwortlich dafür macht er vor allem Papst Franziskus Vorgänger, Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Klaus Mertes / © Gordon Welters (KNA)
Klaus Mertes / © Gordon Welters ( KNA )

Das schreibt Mertes in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag für die in Freiburg erscheinende Zeitschrift "Christ in der Gegenwart".

Skepsis gegenüber Rücktritten auf öffentlichen Druck

Der Jesuit glaubt nicht, dass Rücktritte von Bischöfen, "die durch öffentlichen Druck oder päpstlichen Befehl erzwungen werden", zur Erneuerung beitrügen. "Denn was soll nach den Rücktritten kommen? Mein Vertrauen auf die möglichen Nachfolger, die jetzt noch in der zweiten Reihe stehen, ist nicht sehr ausgeprägt."

Rücktritt aus eigenem Willen könnten Papst Dienst erweisen

Wirkung könnten Rücktritte nur entfalten, wenn sie aus dem eigenen Willen der zurücktretenden Personen kämen, so Mertes. "Aber dazu wäre ein Schritt über die Grenzen des Systems notwendig, nämlich der, nicht den Papst um die Annahme eines Rücktrittsgesuchs zu bitten, sondern selbst definitiv zurückzutreten. Vielleicht täte man ja dadurch Franziskus einen Dienst, wenn man diese Grenze einmal überschreitet."

Quelle:
KNA
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