Sänger Kelly betet nicht nur aus religiösen Gründen

"Eine Art mentale Hygiene"

Für Sänger Michael Patrick Kelly gehört das Beten offenbar zur Morgenroutine. Im Vordergrund stehe für ihn dabei vor allem eins: Danke zu sagen. Überhaupt sei Spiritualität in der Musikbranche gar nicht selten.

Michael Patrick Kelly / © Stanislaw Rozpedzik (dpa)
Michael Patrick Kelly / © Stanislaw Rozpedzik ( dpa )

"Wenn ich aufstehe, sage ich als Erstes: Danke. Das mache ich allerdings nicht nur aus religiösen Gründen, sondern es ist für mich auch eine Art mentale Hygiene", sagte Kelly der "Augsburger Allgemeinen" am Freitag. Der Katholik, der als Teil der Musikgruppe Kelly Family bekannt wurde, erklärte: "Denn wir Menschen schauen zu oft auf das, was nicht läuft oder fehlt, aber zu selten auf das Gute, was uns widerfährt. Zu danken hilft mir enorm, auch durch so eine Zeit wie die Pandemie zu kommen."

Politik und Religion spaltet die Geister

Kelly ergänzte, in der Musikbranche gebe es Menschen, die richtig spirituell seien. "Denn gerade in der Musik erlebt man ja auch oft diese magischen Momente." So könne auf Konzerten "alles so schön und so harmonisch sein mit 10.000 Menschen, die einfach nur glücklich sind. Das gibt es selbst im Sport nicht, denn beim Fußball beispielsweise ist die Hälfte des Stadions der Fans immer enttäuscht, dass ihr Team nicht gewonnen hat." Auch Politik oder Religion spalte die Geister. "Ein gutes Konzert ist so ein kleines Stück Himmel auf Erden."

Der Sänger erzählte zudem eine Geschichte aus seiner Kindheit. Als seine Mutter gestorben sei, sei er fünf Jahre alt gewesen und habe in einem baskischen Dorf gelebt. "Sechs Monate nach ihrem Tod war Muttertag, und ich wollte meiner Mutter Blumen bringen. Als ich am Friedhof ankam, habe ich gemerkt, dass die anderen Gräber mit tollen Blumen geschmückt waren und mein Strauß vom Feld sah dagegen relativ bescheiden aus. Deswegen habe ich alle anderen Blumen geraubt und auf das Grab meiner Mutter gelegt."

Pick-up-Truck voller Blumensträuße

Weiter sagte Kelly: "Ich kann mir vorstellen, dass meine Mutter von oben runtergeschaut hat und sich gedacht hat: gutes Herz, schlecht erzogen. Um diese Geschichte zu vollenden: Ich war vor einigen Wochen wieder in Spanien, bin mit einem Pick-up-Truck voller Blumensträuße wieder zu dem Friedhof gefahren und habe auf alle Gräber Blumensträuße gelegt, um es wiedergutzumachen." Die Dorfbewohner seien "echt gerührt" gewesen.

Quelle:
KNA
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