Corona zwingt Bistum Osnabrück zum Sparen

Rotstift angesetzt

Durch die Belastungen der Corona-Pandemie muss nun auch das Bistum Osnabrück sparen. Bereits im September wurden Kürzungen für 2021 angekündigt. Dennoch soll weiterhin in die Zukunft der Gemeinden investiert werden.

Symbolbild Geld und Kirche / © Julia Steinbrecht (KNA)
Symbolbild Geld und Kirche / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Die Corona-Krise zwingt auch das Bistum Osnabrück zu einem Sparkurs. Für 2021 plant die Diözese mit einem Haushalt in Höhe von 182,4 Millionen Euro, wie Finanzdirektorin Astrid Kreil-Sauer am Montag bei der Vorstellung des Etats vor Journalisten in Osnabrück mitteilte.

Das sind rund 6,4 Millionen Euro weniger als 2020. Hauptgrund dafür seien zu erwartende Einbußen bei der Kirchensteuer aufgrund der schwächeren allgemeinen konjunkturellen Lage. Hier rechne das Bistum für das laufende Jahr mit Einnahmen von 147,9 Millionen Euro; ein Minus gegenüber 2020 von 12,5 Millionen Euro. Die Summe entspricht einem Anteil von 81 Prozent an den Gesamteinnahmen.

Schon im September wurden Kürzungen angekündigt

Bereits im September hatte das Bistum angekündigt, die Zuweisungen an Pfarreien, Vereine und Verbände 2021 um zehn Prozent zu kürzen. Der Haushalt 2021 weist nun auf der Ausgabenseite Zuwendungen an die Kirchengemeinden unter anderem für die Seelsorge vor Ort sowie für Instandhaltungen von Gebäuden in Höhe von 59,5 Millionen Euro (2020: 62,2 Millionen Euro) aus. Das sei etwa ein Drittel der Gesamtausgaben, so Kreil-Sauer.

31,5 Millionen Euro (33,1) seien für den Bereich Soziale Dienste vorgesehen. Davon erhielten die Kitas 14,6 Millionen Euro (15,5), die Caritasverbände 8,5 Millionen Euro (9,2) sowie Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatungsstellen 6,0 Millionen Euro (5,8). Drittgrößter Ausgabeposten bilden wie in den Vorjahren die Ausgaben für den Bildungsbereich. Er umfasst laut Angaben 26,3 Millionen Euro (28,3), wovon ein Großteil an die katholischen Schulen fließt.

Es handele sich um den Haushalt für ein Jahr und nicht um ein Patentrezept für die Zukunft, stellte Kreil-Sauer klar. Man rechne mit einer Erholung für die zweite Jahreshälfte. Ein "Worst-Case-Szenario" für eine weiter anhaltende Krise gebe es nicht.

Weiter in Zukunft der Gemeinden investieren

Trotz der Belastungen durch die Pandemie investiere das Bistum weiter in die Zukunft der Gemeinden, der sozialen Dienste sowie der Bildungseinrichtungen und Seelsorge, betonte Generalvikar Ulrich Beckwermert. Oberstes Ziel sei die Erhaltung dieser Räume. Die Krise habe die vielfältigen Aufgaben der Kirche nicht verringert. "Corona hat im Gegenteil deutlich gemacht, wie sehr Kirche gebraucht wird etwa von Menschen, die krank sind, die sterben, von Menschen, die trauern", so der Generalvikar. Seelsorge bleibe die "ureigenste Aufgabe".

Veränderungen bei den Aufgaben

Gleichwohl werde es Veränderungen bei den Aufgaben geben, so Beckwermert. Gespräche innerhalb der Gremien auch mit externen Experten über Schwerpunkte, mögliche Kooperationen, neue Formate etwa bei den Bildungshäusern, aber auch über andere Einnahmequellen wie etwa Spenden seien in Vorbereitung. Notwendige Änderungen würden aber immer im Dialog mit den Einrichtungen vorgenommen.

Corona fördere auch neue Ideen zutage, verdeutlichte Beckwermert. Bestes Beispiel seien die Internet-Gottesdienste. Die samstäglichen Übertragungen aus dem Osnabrücker Dom verfolgten zum Teil "viele tausend Menschen", darunter auch solche, die ansonsten keinen oder wenig Kontakt zu Kirche hätten.

Quelle:
KNA