Rotes Kreuz ruft dringend zu Blutspenden auf

Vorräte werden knapp

Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm. Es gibt zu wenig Blut für Operationen und man spricht von einem akuten Versorgungsengpass. Zum Jahreswechsel sind wetterbedingt viele Blutspendetermine ausgefallen. Die Situation sei ernst.

Symbolbild Blutspende / © SeventyFour (shutterstock)

Das sagte der Sprecher der bundesweiten DRK-Blutspendedienste, Stephan David Küpper, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Ratingen. Zudem habe eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle viele Menschen am Blutspenden gehindert. Die Vorräte reichten nur noch für 1,5 Tage; üblich seien vier bis fünf Versorgungstage.

Laut Küpper stellt sich der Versorgungsengpass nicht überall gleich schlimm dar. Sorgen mache derzeit insbesondere Norddeutschland. Das ganze abgelaufene Jahr habe der DRK-Blutspendedienst die Versorgung ohne Alarmruf sichern können. Zur Verschärfung des aktuellen Engpasses habe auch die Lage der Feiertage zum Jahresende beigetragen, die auf viele Wochentage gefallen seien.

Blutpräparate nur begrenzt haltbar

Blutpräparate seien nur begrenzt haltbar und könnten nicht auf Vorrat produziert werden, so Küpper. "Blutspenden lassen sich nicht aufschieben - was heute nicht gespendet wird, fehlt morgen in den Kliniken. Krankenhäuser benötigen täglich Blut für Operationen, Notfälle, Krebstherapien und die Behandlung chronisch kranker Menschen." 

Infos des DRK zur Blutspende

Pro Tag werden in Deutschland 15.000 Blutspenden zur Behandlung der Patientinnen und Patienten in deutschen Kliniken benötigt.

Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle.

Mann bei einer Blutspende / © New Africa (shutterstock)
Mann bei einer Blutspende / © New Africa ( shutterstock )
Quelle:
KNA