Reliquie der Heiligen Drei Könige nach Tokio überführt

Zeichen der Verbundenheit

Der Kölner Kardinal Woelki hat in Tokio die über 60 Jahre alte Partnerschaft der beiden Erzdiözesen erneuert. Am Sonntag wurde die Reliquie der Heiligen Drei Könige überführt. Das Programm bis Mittwoch ist straff geplant.

Vertreter der Erzbistümer von Tokio und Köln in Japan / © Jan Heysel (Erzbistum Köln)
Vertreter der Erzbistümer von Tokio und Köln in Japan / © Jan Heysel ( Erzbistum Köln )

Im Rahmen einer Messe wurden in der Marienkathedrale in Tokio die Reliquien der Heiligen Drei Könige übertragen. Konzelebranten waren Erzbischof Okada sowie der Papstbotschafter in Japan, Erzbischof Joseph Chennoth. In seiner Predigt betonte Woelki die Bedeutung der Heiligen Drei Könige als Brückenbauer. Auch heute bauten sie Brücken zwischen Tokio und Köln. Die Reliquie erhielt das Partnerbistum anlässlich des 50. Kathedraljubiläums. Das Knochenfragment, das in einem modernen Reliquiar eingefasst ist, soll in Zukunft als einmaliges Zeichen die Verbundenheit zwischen Köln und Tokio ausdrücken.

Eine außergewöhnliche Gabe

"Die Drei Könige haben für uns in Köln eine herausragende Bedeutung – und auch wenn sie zu Lebzeiten viel unterwegs waren, sollen sie natürlich weiterhin im Dom ruhen. Daher ist ein solches Geschenk eine wahre Seltenheit", hatte Dompropst Gerd Bachner im Vorfeld der Reise erklärt. Seit über 100 Jahren sei so etwas nicht mehr vorgekommen, so der Dompropst. Damals gab es eine Schenkung von Dreikönigsreliquien nach Mailand.

Generalvikar Dr. Dominik Meiering bestätigt: "Mit so einer außergewöhnlichen Gabe möchten wir unseren Glaubensbrüdern und -schwestern in Japan zeigen, dass während der Zeit unserer Partnerschaft trotz der großen Entfernung zwischen unseren beiden Ländern eine besondere Verbundenheit entstanden ist."

Am Samstag hatte die Delegation unter anderem das mit Kölner Hilfe neu erbaute Karmelitinnenkloster "Carmel of the Holy Trinity" in Chofu, einem Stadtteil von Tokio, sowie die deutsche Auslandsgemeinde St. Michael besucht. Dort spendete der Kölner Erzbischof acht Jugendlichen das Sakrament der Firmung.

Ehrendoktorwürde für Flüchtlingsarbeit

 

Am Montag standen Besuche des nationalen Priesterseminars sowie des Altenpflegeheims der Jesuiten auf dem Programm, dort leben auch zwei Kölner Missionare. Im Anschluss besichtigte Woelki gemeinsam mit Weihbischof Kazhiro Moro die Baustelle des "Glaubens- und Evangelisierungszentrums" der Erzdiözese Tokio. Bislang sind die Fundamente und der Keller fertiggestellt. Das Erzbistum Köln bezuschusst den Bau mit zwei Millionen Euro. In seiner Ansprache betonte Woelki, religiöses Zeugnis abzugeben sei "gerade in einer Gesellschaft, in der erst ein Prozent der Bevölkerung schon etwas von Jesus Christus gehört hat, von besonderer Wichtigkeit".

Im Anschluss konnte Generalvikar Meiering Jugendliche und "Dienerinnen des Evangeliums" wiedertreffen, die in Köln beim Jugendzentrum Crux aktiv mitgeholfen hatten. Die japanischen Schwestern, die für das Erzbistum Köln auch in der Kölner City und im Kindergarten in Düsseldorf im Einsatz sind, bereiteten der Kölner Delegation einen Empfang mit Gesang und Tanzeinlagen. Für Meiering war es eine "Begegnung in großer christlicher Freude".

Am Ende des vierten Tages der Japanreise zeigte sich die deutsche Delegation beeindruckt vom Besuch des Kabuki Theaters, wo Eindrücke des japanischen Lebens und der Mentalität der Menschen vermittelt wurden.

Städtepartnerschaft seit 1954

Die Partnerschaft des Erzbistums Köln mit dem Erzbistum Tokio besteht bereits seit 1954. Gegründet wurde die sogenannte "Gebets- und Hilfsgemeinschaft" vom damaligen Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings. Inzwischen hat sich die Gemeinschaft um einen dritten Partner erweitert: Gemeinsam unterstützen die Erzbistümer Köln und Tokio nun die Kirche in Myanmar. So wird beispielsweise mit der Kollekte des jährlich Ende Januar im Erzbistum Köln stattfindenden Tokio-Sonntags die Ausbildung von Priestern in Myanmar gefördert.

Zum Abschluss seines Besuchs am Mittwoch erhält der Kardinal die Ehrendoktorwürde der Sophia-Universität der Jesuiten in Anerkennung seiner Verdienste in der Flüchtlingsarbeit und für eine Willkommenskultur in Deutschland. Am Donnerstag reist Woelki zurück nach Köln.

 

Erzbischof von Tokio / © Jan Heysel
Erzbischof von Tokio / © Jan Heysel
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