Religionsvertreter würdigen Queen Elizabeth II.

"Bemerkenswerter Dienst für die Menschen"

Religionsvertreter aus aller Welt haben ihre Trauer zum Tod von Königin Elizabeth II. zum Ausdruck gebracht. Papst Franziskus würdigte die am Donnerstag gestorbene britische Monarchin und kondolierte in einem Telegram.

Autor/in:
Inga Kilian
Queen Elizabeth II. ist tot. / © Jane Barlow (dpa)
Queen Elizabeth II. ist tot. / © Jane Barlow ( dpa )

Franziskus würdigte Königin Elizabeth II. "ihr Beispiel von Pflichterfüllung, unerschütterlichem Zeugnis des Glaubens an Jesus Christus und ihre feste Hoffnung auf seine Verheißungen". In einem Telegramm an ihren Sohn und Großbritanniens neuen König Charles III. sprach Franziskus dem Königshaus große Betroffenheit und Beileid aus. Elizabeth II. habe "im unermüdlichen Dienst für das Wohl der Nation und des Commonwealth" gelebt.

Der Vorsitzende der Irischen Bischofskonferenz, Erzbischof Eamon Martin, würdigte den Einsatz der Queen "für den Glauben, für die Familie und für Frieden und Versöhnung". Sie habe sich "nicht nur für ihre königlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten, sondern auch für das Gemeinwohl eingesetzt", sagte der Erzbischof von Armagh und irische Primas. Er sei dankbar "für das Engagement von Königin Elizabeth für ein besseres Verständnis und bessere Beziehungen zwischen der anglikanischen und der katholischen Kirche".

"Tiefe Trauer"

Die Kanadische Bischofskonferenz äußerte "tiefe Trauer". Generationen von Kanadiern hätten unter der langen Regentschaft von Königin Elizabeth gelebt, hieß es. "Ihr bemerkenswerter Dienst für die Menschen in unserem Land und im gesamten Commonwealth wird für immer in Erinnerung bleiben."

Die Australische Bischofskonferenz würdigte die Königin, deren Amtszeit durch "außergewöhnliche Beständigkeit, Treue, Mut und Dienst" geprägt gewesen sei. "Königin Elizabeth hat nie gezögert, sich zu ihrem christlichen Glauben zu bekennen", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung.

"Eine bemerkenswerte Frau"

Auch die katholischen Bischöfe Neuseelands äußerten ihre Trauer. "Alle Katholiken in Aotearoa Neuseeland trauern heute um Ihre Majestät Königin Elisabeth II, eine bemerkenswerte Frau, die sieben bemerkenswerte Jahrzehnte lang unser offizielles Staatsoberhaupt war", hieß es. Sie sei eine "Konstante" in der Entwicklung des Landes gewesen, hieß es.

Bereits am Donnerstagabend bekundeten die christlichen Kirchen in Großbritannien ihre Trauer zum Tod der Königin und öffneten ihre Türen für Trauernde. Der Primas der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, betonte, die verstorbene Königin sei "eine treue Christin" gewesen. Sie habe "jeden Tag ihres Lebens ihren Glauben gelebt".

Der höchste Repräsentant der katholischen Kirche in England und Wales, Kardinal Vincent Nichols von Westminster, erklärte: "Selbst in meiner Trauer, die ich mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt teile, bin ich erfüllt von einem immensen Gefühl der Dankbarkeit für das Geschenk an die Welt, das das Leben von Königin Elizabeth II. war." Er bete mit Zuversicht für die Seele Ihrer Majestät - "denn der christliche Glaube prägte jeden Tag ihres Lebens und Wirkens".

"Die Herzen der Menschen erobert"

Auch die deutschen Bischöfe würdigten die britische Königin. Die Queen habe die Herzen der Menschen erobert, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, via Twitter. Die Fürsorge der Königin habe den Bürgerinnen und Bürgern des Commonwealth gegolten. Ihre Besuche im Vatikan seien unvergessen, "auch die guten Kontakte zur katholischen Kirche".

Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf Schloss Balmoral in Schottland im Kreise der Familie gestorben. Auf dem Thron seit Februar 1952, war Elizabeth die dienstälteste britische Monarchin und zudem unter den gegenwärtig regierenden Monarchen die mit Abstand längste Amtsinhaberin. Elizabeth II. galt in Großbritannien und weltweit als Symbol der Kontinuität, als personifizierte Pflichterfüllung.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. In Glaubensfragen blieben die Anglikaner zunächst bei der katholischen Lehre; später setzten sich protestantische Einflüsse durch. 1549 erschien das erste anglikanische Glaubensbuch, das «Book of Common Prayer».

Die Kathedrale von Canterbury, Sitz des anglikanischen Erzbischofs / © Sambraus, Daniel (epd)
Die Kathedrale von Canterbury, Sitz des anglikanischen Erzbischofs / © Sambraus, Daniel ( epd )
Quelle:
KNA