Religion und katholische Kirche in Estland

 (DR)

Estland, die nördliche der drei baltischen Republiken, ist flächenmäßig kleiner als Niedersachsen. Von den rund 1,3 Millionen Esten ist nur knapp ein halbes Prozent katholisch. Für diese rund 6.000 Katholiken im Land sind derzeit 15 Priester zuständig. Neben den beiden Hauptstadtgemeinden gibt es nur sieben weitere Pfarreien im ganzen Land: vier im nordöstlichen Kreis Lääne-Viru und je eine in den südestnischen Städten Pärnu, Tartu und Valga.

In Estland gibt es keine Diözese, sondern nur eine Apostolische Administratur (seit 1924), also sozusagen eine Unterstufe. Apostolischer Administrator ist seit 2005 der französische Bischof Philippe Jean-Charles Jourdan (58). Die estnischen Katholiken sind so "international" wie ihre Priester und Ordensleute. Schon im 19. Jahrhundert, als Estland russische Provinz war, dienten im zaristischen Heer und Staatsapparat viele zumeist polnische Katholiken. Später wanderten katholische Arbeitskräfte aus anderen Sowjetrepubliken ein. Als Folge wird heute in den meisten Gemeinden die Messe auf Russisch und Polnisch gefeiert.

Mit der Eroberung durch das protestantische Schweden im 17. Jahrhundert zog in Estland der lutherische Glaube ein. Heute bekennen sich allerdings nur noch weniger als 30 Prozent der Bevölkerung zum Christentum. Nach jüngsten Zahlen sind 13,6 Prozent lutherisch und 12,8 Prozent orthodox.

(KNA/20.9.18)