Regierung will Polarisierung beim Thema Abtreibung vermeiden

"Sensibel und respektvoll kommunizieren"

Vor der offiziellen Vorstellung der Empfehlungen einer Expertenkommission zu Schwangerschaftsabbrüchen will sich die Bundesregierung nicht äußern. Man wolle aber sensibel mit dem Thema umgehen und eine Polarisierung vermeiden.

Der Gesetzestext des Paragrafen 218 Strafgesetzbuch behandelt den Schwangerschaftsabbruch. / © Harald Oppitz (KNA)
Der Gesetzestext des Paragrafen 218 Strafgesetzbuch behandelt den Schwangerschaftsabbruch. / © Harald Oppitz ( KNA )

Die Bundesregierung will in der Diskussion um eine mögliche Neufassung der gesetzlichen Regeln zu Abtreibungen eine Polarisierung der Gesellschaft vermeiden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sei sehr daran gelegen, dass das Thema mit der nötigen Sensibilität und dem nötigen Respekt diskutiert werde, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Mittwoch in Berlin vor Journalisten.

Potenzial zur Polarisierung

Es handele sich um ein Thema mit einem großen Potenzial zur Polarisierung. "Es geht uns sehr darum, eine solche Polarisierung und eine solche Schärfe zu vermeiden und eben sensibel und respektvoll zu kommunizieren", sagte Hoffmann.

Man wolle nun zunächst den Abschlussbericht der von der Bundesregierung eingesetzten "Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin" abwarten. Das Gremium werde ihn am Montag vorlegen. Medienberichten zufolge spricht sich die Expertenkommission unter anderem dafür aus, Abtreibungen in der Frühphase der Schwangerschaft zu legalisieren.

Wenn die Empfehlungen der Kommission vorliegen, werde es "eine gründliche und der gesellschaftspolitischen, ethischen und rechtlichen Komplexität der Thematik angemessene Diskussion über die Vorschläge geben, und über die Schlüsse, die man daraus ziehen will", so Hoffmann.

Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Lisa Paus, der Bundesminister für Gesundheit, Prof. Dr. Karl Lauterbach, und der Bundesminister der Justiz, Dr. Marco Buschmann, haben auf Grundlage des Koalitionsvertrages die Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin berufen. Die Kommission hat sich am 31. März 2023 konstituiert.

Familienministerin Lisa Paus und Justizminister Marco Buschmann verteidigen das neue Gesetz / © Michael Kappeler (dpa)
Familienministerin Lisa Paus und Justizminister Marco Buschmann verteidigen das neue Gesetz / © Michael Kappeler ( dpa )

 

 

Quelle:
KNA