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Regenbogenlicht

Herbst auf Amrum. Noch nie habe ich so viele Regenbögen gesehen.

Ganzer Regenbogen / © angela krumpen (ak)
Ganzer Regenbogen / © angela krumpen ( ak )

In den Herbstferien auf Amrum lugen Regenbogenstücke im Meerhimmel. Laufen mit, verblassen. Mal ist der Himmel pechschwarz drum herum und umso heller und bunter leuchten die Bögen darin. Mal ist der Himmel hell und die Regenbogenfarben lassen sich eher ahnen als sehen.

Einmal, am späten Nachmittag, stehen zwei komplette Bögen übereinander. Viele Familien und andere dem Wetter trotzenden Strandläufer sind unterwegs vom Strand nach Hause. Die, die aus dem Bohlenweg vom Strand treten, entdecken das Naturspektakel, die, die auf dem sich anschließenden Parkplatz stehen, haben es schon entdeckt.

Fast unmittelbar danach ist es auf dem Parkplatz still, fast andächtig still. So wie zu allen Zeiten und in allen Kulturen sind auch wir modernen Menschen vom Regenbogen fasziniert.

Ich selbst stehe auch gerade auf dem Parkplatz, werde Zeugin dieses Naturspektakels und dieser sich rasend schnell ausbreitenden Andacht.

Kaum kann ich mich entschließen, ob ich in die Gesichter der Menschen oder doch lieber in den Himmel schauen will.

Dann merke ich, dass ich mich nicht entscheiden muss: Spiegelt sich der Himmel doch in den Gesichtern.

Für einen Moment schließt das Regenbogenlicht den Himmel auf, bringt ihn auf die Erde.

Heute ist Allerheiligen. Der Tag, an dem wir all jener gedenken, die wir schmerzlich vermissen. An diesem Tag wünsche ich uns allen solch himmelserinnernde Regenbögen besonders.  

Und falls gerade bei Ihnen vor Ort kein Regenbogen am Himmel steht, sende ich ersatzweise die leuchtenden Regenbögen von Amrum.

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