Queen sagt Teilnahme an Dankgottesdienst ab

Monarchin fühlt sich "unwohl"

Königin Elizabeth II. hat ihre Teilnahme am Dankgottesdienst zu ihrem 70. Thronjubiläum abgesagt. Die 96-Jährige habe sich wegen der damit verbundenen Anstrengungen nach einigem Zögern entschlossen, nicht teilzunehmen.

Queen Elizabeth II. / © Toby Melville (dpa)
Queen Elizabeth II. / © Toby Melville ( dpa )

So heißt es in einer Mitteilung des Buckingham-Palasts (Donnerstagabend). Zuvor hatte die Queen am Donnerstag mit der königlichen Familie einen großen Auftritt bei der Militärparade "Trooping the Colour", bei der ihr Zehntausende Menschen zujubelten.

Nationaler Dankgottesdienst

An diesem Freitag findet in Anwesenheit der königlichen Familie ein nationaler Dankgottesdienst in der Londoner St. Paul's Cathedral statt. Mit Lesungen aus der Bibel, Gebeten und Kirchenliedern wird gedankt für die Regierungszeit der Königin, ihren Glauben und ihren Dienst am Land. Elizabeth II. hatte am 6. Februar 1952 den britischen Thron bestiegen. Die landesweiten Feiern zum 70. Jahrestag finden wegen des besseren Wetters aber erst jetzt statt.

Briten feiern ihre Queen / © Rainer Jensen (dpa)
Briten feiern ihre Queen / © Rainer Jensen ( dpa )

Weitere Anliegen, die in dem Gottesdienst vorgetragen werden, sind der Wunsch nach Einheit und Frieden sowie ein Bekenntnis zum Schutz der Schöpfung. Judith Weir, seit 2014 als erste Frau Hofkomponistin, hat eigens zu diesem Anlass einen Choral komponiert, der das dritte Kapitel aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche in Musik umsetzt: "Bewahre meine Gebote in deinem Herzen! Denn sie vermehren die Tage und Jahre deines Lebens / und bringen dir Wohlergehen."

Weltliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche

Die Königin ist das weltliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche und gilt als persönlich sehr fromm. Sie thematisiert seit ungefähr 20 Jahren immer wieder, besonders in den Weihnachtsansprachen, wie viel ihr der Glaube bedeutet und welche Kraft sie daraus zieht. Wegen einer Corona-Infektion hat auch Elizabeths zweitältester Sohn Prinz Andrew (63) seine Teilnahme an dem Gottesdienst abgesagt.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. In Glaubensfragen blieben die Anglikaner zunächst bei der katholischen Lehre; später setzten sich protestantische Einflüsse durch. 1549 erschien das erste anglikanische Glaubensbuch, das «Book of Common Prayer».

Die Kathedrale von Canterbury, Sitz des anglikanischen Erzbischofs / © Sambraus, Daniel (epd)
Die Kathedrale von Canterbury, Sitz des anglikanischen Erzbischofs / © Sambraus, Daniel ( epd )
Quelle:
KNA