Proteste gegen Marcos-Beisetzung auf Heldenfriedhof in Manila

"Kein Held"

Unter dem Motto "Marcos ist kein Held" haben Zehntausende Philippiner gegen die Beisetzung von Ex-Diktator Ferdinand Marcos auf dem Heldenfriedhof in Manila protestiert. Dazu hatten unter anderem Kirchengemeinden und katholische Universitäten aufgerufen.

 Philippinen: Ex-Diktator Marcos auf Heldenfriedhof beigesetzt  / © Office Of Ilocos Norte (dpa)
Philippinen: Ex-Diktator Marcos auf Heldenfriedhof beigesetzt / © Office Of Ilocos Norte ( dpa )

Zu den Demonstrationen am sogenannten "Schwarzen Freitag" hatten Überlebende des Marcos-Regimes, Gewerkschaften, Kirchengemeinden, katholische Universitäten und Studenten aufgerufen.

Der Leichnam des 1989 verstorbenen ehemaligen Präsidenten Ferdinand Marcos war vor einer Woche bei einer nicht angekündigten Zeremonie mit militärischen Ehren auf dem Heldenfriedhof der Philippinen beigesetzt worden. Zuvor waren Opfer der Marcos-Diktatur mit Klagen gegen die Beisetzung gescheitert. Die Beerdigung von Marcos auf dem Heldenfriedhof war eines der zentralen Wahlkampfversprechen des neuen Präsidenten Rodrigo Duterte.

Kritik aus der katholischen Kirche

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Socrates Villegas, kritisierte die Marcos-Bestattung. "Wir sehen darin einen weiteren Schritt zur Schaffung einer Kultur der Straflosigkeit in diesem Land." Unter dem Diktator seien viele Menschen gefoltert und ermordet worden. Die Familie Marcos habe sich auf Kosten der Armen bereichert. "Wir werden nicht zulassen, dass dieses von zukünftigen Generationen vergessen wird, damit eine solche Unterdrückung mit harter Hand nicht wieder geschieht", betonte der Erzbischof. Ferdinand Marcos war von 1965 bis 1986 Präsident der Philippinen.

Nach der Verhängung des Kriegsrechts im September 1972 ließ er mehrere zehntausend Oppositionelle, Studenten, Journalisten und Gewerkschafter in Militärlagern inhaftieren. Viele der Inhaftierten wurden umgebracht oder verschwanden spurlos. Zudem wird Marcos und seiner Frau Imelda vorgeworfen, sich bis zu ihrer Flucht ins Exil 1986 um umgerechnet acht Milliarden Euro aus der Staatskasse bereichert zu haben.

Marcos in Tiefgekühltem Glassarg in einem Mausoleum

Der ehemalige Präsident Fidel Ramos hatte 1992 die Rückkehr des Marcos-Clans aus dem Exil auf Hawaii unter der Bedingung gestattet, dass der 1989 verstorbene Marcos auf dem Anwesen der Familie in Ilocos Norte und nicht auf dem Heldenfriedhof von Manila beigesetzt wird. Seitdem ruhte Marcos in einem tiefgekühlten Glassarg in einem Mausoleum auf dem Familiengrundstück.

Quelle:
KNA