Bonner Stadtdechant begrüßt Papst-Entscheidung

"Probleme ernst genommen"

Nach der von Papst Franziskus gewährten Auszeit für den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki zeigt sich der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken erleichtert. Diese Entscheidung bedeute eine Chance für Woelki, eine Herausforderung für das Erzbistum.

Pfarrer Dr. Wolfgang Picken, Stadtdechant von Bonn / © Harald Oppitz (KNA)
Pfarrer Dr. Wolfgang Picken, Stadtdechant von Bonn / © Harald Oppitz ( KNA )

Die Mitteilung des Bonner Stadtdekanats im Wortlaut:

Bonns Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken spricht dem Papst seinen Dank dafür aus, dass er die lang erwartete Entscheidung über die Zukunft des Erzbistums Köln getroffen hat und diese heute bekannt gegeben wurde. Die Ausführungen des Papstes ließen darauf schließen, so der Bonner Stadtdechant, dass dieser die Situation in der Erzdiözese Köln gut wahrgenommen und die Probleme ernst genommen habe.

Die gewährte sechsmonatige Auszeit sei für den Kardinal eine Chance. "Wie wir grundsätzlich aus dem Berufsleben wissen, ist das Sabbatical eine wichtige Zeit, die man zur Orientierung nutzen kann", so Picken. Schließlich seien die vergangenen Monate der Auseinandersetzungen und der Ungewissheit auch für den Erzbischof kräftezehrend gewesen. Für die Diözese hingegen seien die kommenden Monate eine Herausforderung. "Das Erzbistum befindet sich seit längerer Zeit, besonders seit der Ankündigung der Visitation, in einer Art Schwebezustand. Kölns Kirche hängt in der Luft." Dem schließe sich nun ein weiteres halbes Jahr ohne grundlegende Entscheidungskompetenz an, "und das in einer Zeit, in der pastoral wichtige Weichen gestellt werden und in der die Diözese – bedingt durch Austritte und sinkende Kirchensteuermittel - vor wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen steht“, so der Stadtdechant. "Dem Apostolischen Administrator, Weihbischof Rolf Steinhäuser, sei deshalb für seine Aufgabe Kraft gewünscht und die Unterstützung der Katholiken in Bonn zugesagt."

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