Der heutige Papst Leo XIV. hat sich wenige Tage nach den Terroranschlägen gegen die USA vom 11. September 2001 gegen Vergeltungsschläge ausgesprochen. Der damalige Augustiner-Generalprior Robert Prevost äußerte sich in einer Predigt an seine Ordensbrüder, die er am 21. September 2001 in Rom hielt. Sie ist in einem am Montag erschienenen Buch mit bislang unveröffentlichten Texten des heutigen Papstes enthalten.
Damals sagte der aus Chicago stammende Ordensobere: "Während viele Vergeltung suchen, müssen wir Augustiner Zeugnis ablegen für das Evangelium und seine Werte der Einheit, des Dialogs, des Friedens und der Versöhnung." Die damals zehn Tage zurückliegenden Al-Kaida-Terroranschläge mit Tausenden Toten in New York und Washington nannte er einen "tragischen Ausdruck einer Reihe von Problemen, die sich überall zuspitzen".
"Hass und Gewalt werden weiter wachsen"
Im Einzelnen führte er aus: "Hass und Gewalt werden weiter wachsen, solange es so viele Menschen gibt, die in extremer Armut leben müssen und von so vielen Arten der Ungerechtigkeit unterdrückt werden. Jeden Tag sterben 24.000 Menschen an Hunger."
Bei den islamistischen Anschlägen mit Passagierflugzeugen in New York und Washington wurden am 11. September 2001 fast 3.000 Menschen getötet. US-Präsident George W. Bush rief daraufhin einen globalen "Krieg gegen den Terror" aus. In dessen Verlauf wurden unter anderem Afghanistan und der Irak besetzt. In den Kriegen starben nach Schätzungen rund 1,5 Millionen Menschen, darunter mehr als 3.500 Soldaten der USA und ihrer Verbündeten.