Politiker fordern Aufklärung über entführte Erzbischöfe

"Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben"

Vor knapp fünf Jahren wurden zwei orthodoxe Erzbischöfe aus dem syrischen Aleppo entführt - seitdem ist ihr Schicksal ungewiss. Unionspolitiker im Bundestag haben nun die Bundesregierung zu mehr Unterstützung aufgefordert. 

Poster der entführten Bischöfe (dpa)
Poster der entführten Bischöfe / ( dpa )

"Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und seinen griechisch-orthodoxen Amtsbruder Paul Yazigi lebend wiederzufinden", sagte der Vorsitzende des Staphanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heribert Hirte (CDU) am Donnerstag in Berlin. Allerdings sei dafür die Unterstützung durch die Bundesregierung notwendig.

Mit der Entführung der zwei Kirchenmänner wollten die islamistischen Rebellen gezielt Angst unter den Christen in Syrien schüren und ihnen zeigen, dass sie nicht länger willkommen seien, so der Stephanuskreis. Tatsächlich hätten in den vergangenen Kriegsjahren viele Tausende ihre Heimat verlassen müssen.

"Gemeinden vor Ort besser unterstützen"

"Diesen Exodus können wir noch stoppen, wenn wir die christlichen Gemeinden vor Ort besser unterstützen, ihnen neue Hoffnung auf eine Zukunft in ihrem Land geben", so Hirte. Dazu gehöre auch, den Fall der zwei entführten Bischöfe aufzuklären. Beide Bischöfe gälten als Verfechter der friedlichen Koexistenz von Muslimen, Christen und weiterer Religionsgemeinschaften und Volksgruppen in Syrien.

Das überkonfessionelle Gesprächsforum der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich gemeinsam mit dem Bundesverband der Aramäer in Deutschland für eine Aufklärung der Entführung ein. Daniyel Demir, Vorsitzender des Bundesverbands der Aramäer, sagte in Heidelberg: "Dieser Entführungsfall nahe der türkisch-syrischen Grenze wirft viele Ungereimtheiten und Fragen auf." 

"Auswärtiges Amt muss Freilassung fordern"

Die Verantwortung für die Unversehrtheit und das Leben der entführten Erzbischöfe liege in erster Linie in den Händen der syrischen Opposition, die die militärische wie auch zivile Kontrolle über das Gebiet der Entführung hatte. "Das Auswärtige Amt muss an dieser Stelle die unverzügliche Freilassung der entführten Bischöfe einfordern", so der Appell Demirs.

Bischof Mor Gregorios veröffentlichte den Angaben nach 2012 einen Fahrplan für den Frieden in Syrien. Darin habe er zu Versöhnung und Dialog aufgerufen. In Syrien herrscht seit mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg. Die christlichen Aramäer sind überwiegend Angehörige der syrischen Kirchen.

Quelle:
KNA , epd