Pfarrer Norbert Fink über Rapmusik im Gottesdienst

"Wir könnten wirklich noch mehr reinhauen"

Als rappender Pfarrer fährt Norbert Fink Ende Juli zum Weltjugendtag nach Krakau. Mit seiner Sprache hofft er, eine Art Vorreiter für Andere zu sein, sagt der Kreisjugendseelsorger aus dem Oberbergischen Kreis im domradio.de-Interview.

Pfarrer Norbert Fink / © Norbert Fink
Pfarrer Norbert Fink / © Norbert Fink

domradio.de: Wir bereiten Sie sich denn auf den Weltjugendtag vor?

Pfarrer Norbert Fink (Kreisjugendseelsorger im Oberbergischen Kreis): Ich bereite mich durch Treffen mit meiner Gruppe vor. Ich fahre mit 40 Leuten hier aus meinem Kreis. Wir haben gemeinsame Treffen, in denen wir zum einen Polen als Land kennenlernen aber auch die Kultur und die Sprache. Insgesamt sind wir 800 Teilnehmer aus dem Erzbistum Köln, dessen Jugendabteilung die Fahrt organisiert. 

domradio.de: Sie haben ja auch noch was Besonderes vor: Sie wollen auf dem Weltjugendtag rappen. Was genau planen Sie da?

Fink: Ich habe keinen öffentlichen Auftritt, aber wenn ich Gottesdienst dort abhalte, werde ich auch rappen, weil ich das gerne tue. Auch hier in Gottesdiensten mache ich poetry slam oder rappe selbstgeschriebene Songs. Das werde ich beim ein oder anderen Gottesdienst vielleicht anbringen können oder in der Straßenbahn oder wo man auch immer ist. 

domradio.de: Die christliche Sprache ich ja gerne mal relativ kompliziert und ab und zu auch ein bißchen verstaubt. Wir bringen Sie das in einem Rap unter? Funktioniert das überhaupt?

Fink: Ich hoffe, das funktioniert. Aber das wissen dann die Zuhörer besser als ich. Die Sprache der Bibel ins Heute zu übertragen ist ja mit die Hauptaufgabe von uns Seelsorgern, gerade Jugendseelsorgern. Und ich glaube, dass das auch gut möglich ist. 

domradio.de: Gibt es Reaktionen darauf? Wie reagieren die Leute?

Fink: Die Reaktionen darauf, dass ich versuche, die Sprache der Jugend zu sprechen, sind überwiegend sehr positiv. Ich stelle ja auch Videoclips ins Netz, die ich mache. Die haben recht viele Klicks. Ein Videoclip geht jetzt besonders ab, er hat 16.000 Aufrufe. Der Clip heißt "Dein Gott" und ich glaube, ich habe da den Ton getroffen.

domradio.de: Haben Sie das Gefühl, Kirche sollte öfter so etwas machen und vielleicht auch ein bisschen mutiger werden, um gerade beim Weltjugendtag die jungen Leute anzusprechen.

Fink: Da könnte definitiv noch mehr drin sein. Gerade, was Verkündigung des Glaubens durch alternative Mittel wie Rapmusik oder Rockmusik angeht. Ich glaube, da könnten wir wirklich noch mehr reinhauen. Und die polnische Kirche macht es uns wirklich vor. Die hat viele Priester, die rappen und Rockmusik machen. Die trauen sich viel mehr zu als wir. Ich hoffe, ich kann eine Art Vorreiter sein, der andere auch inspirieren kann, andere Wege zu gehen.

Das Interview führte Verena Tröster.

Quelle:
DR