Der maronitische Patriarch im Libanon, Kardinal Bechara Rai, sieht den Krieg mit seinen vielen Toten als "sinnlos und verheerend" an. Zugleich zeigte er sich bei der Sonntagsmesse an seinem Amtssitz Bkerke solidarisch mit den Vertriebenen und Flüchtlingen.
Der Libanon sei in einen erbitterten Krieg zwischen der Hisbollah und Israel verwickelt; "einen Krieg, der uns aufgezwungen wurde" und "offiziell wie auch von der Bevölkerung abgelehnt" werde, so Rai.
"Klare, loyale Stimme des Gewissens"
Der Libanon brauche heute eine "klare, loyale Stimme des Gewissens", sagte das Oberhaupt der größten Christengemeinschaft des Landes. Diese müsse "verkünden, dass das Land seinem Volk gehört und dass die aus ihrer Heimat Vertriebenen in Würde zurückkehren müssen".
Gleichzeitig verwies Rai auf die Menschen, Christen wie Muslime, die gezwungen wurden, ihre Häuser, ihr Land und ihre Städte zu verlassen, ohne zu wissen, wann sie zurückkehren. Er fügte hinzu: "Ihr seid nicht allein. Die Kirche steht an eurer Seite; die Nation steht an eurer Seite; das Gewissen jedes freien Menschen steht an eurer Seite und fühlt euren Schmerz". Ihnen beizustehen, sei eine nationale und moralische Pflicht.