Papt Benedikt XVI. zur Rolle der Frauen in der Kirche

Von Hildegard lernen

Mit der heiligen Hildegard von Bingen erinnerte Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz an die Rolle der Frauen in der Kirche. Er schloss sich dem apostolischen Schreiben Johannes Pauls II. „Mulieris dignitatem“ aus dem Jahr 1988 an.

 (DR)

"Die Kirche sagt Dank für alle Äußerungen des weiblichen "Geistes", die sich im Laufe der Geschichte bei allen Völkern und Nationen gezeigt haben; sie sagt Dank für alle Gnadengaben, mit denen der Heilige Geist die Frauen in der Geschichte des Gottesvolkes beschenkt hat."



Als Beispiel für diesen weiblichen Geist führte der Papst in seiner Katechese die heilige Hildegard von Bingen an, die im 11. Jahrhundert Äbtissin des von ihr gegründeten Klosters Sankt Rupert war. Sie war sowohl geistlich als auch in ihren organisatorischen Fähigkeiten herausragend. Über ihre mystischen Visionen tauschte sie sich unter anderem mit dem heiligen Bernhard und Papst Eugen III. aus: Sie wollte mit ihnen gemeinsam herausfinden, ob ihre Visionen von Gott seien oder Versuchungen.



"Von diesem Moment an wuchsen ihre geistlichen Erfahrungen an, bis dahin, dass die Zeitgenossen ihr den Titel der "deutschen Prophetin" haben. Sie spricht mit großer Aktualität auch zu uns, mit ihrem mutigen Erkennen der Zeichen der Zeit, mit ihrer Liebe für das Geschaffene, mit ihrer Medizin, mit ihrer Poesie und ihrer Musik, mit ihrer Liebe zu Christus und seiner Kirche, einer Kirche, die auch damals litt, die auch damals verwundet war, verwundet von den Sünden der Priester und der Laien."



Dieses Erkennen und Deuten der Zeichen der Zeit sei es vor allem, was für uns heute zähle. Sie scheute sich nicht, die Menschen ihrer Zeit - auch Bischöfe und Fürsten - zu einem ernsthaften Leben in der Nachfolge Christi zu ermahnen.