Papstattentäter bringt Blumen zu Papst-Grab

Zwei Sträuße weißer Rosen

Der Papstattentäter Ali Agca hat am Grab von Johannes Paul II. (1978-2005) Blumen niedergelegt.

Mehmet Ali Agca (dpa)
Mehmet Ali Agca / ( dpa )

Der 56-Jährige habe den Petersdom am Samstag "ohne Probleme" betreten, bestätigte ein Sprecher des Vatikan am Wochenende. Medien zufolge deponierte Agca zwei Sträuße weißer Rosen am Grab von Johannes Paul II. Nach dem Besuch nahm die italienische Polizei ihn fest, weil er ohne Schengen-Visum aus der Türkei nach Italien eingereist war.

Hintergründe des Anschlags noch immer ungeklärt

Agca hatte Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz durch Schüsse lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe der Tat sind bis heute ungeklärt. Viele Beobachter vermuten die Hintermänner im damaligen kommunistischen Ostblock. Der Papst hatte Agca vor 31 Jahren, am 27. Dezember 1983, in der römischen Haftanstalt Rebibbia besucht und ihm vergeben.

Am Montag soll laut italienischen Medien ein Richter über eine Ausweisung Agcas entscheiden. Unterdessen ermitteln die Behörden, wie Agca ohne Visum nach Italien gelangen konnte. Den Berichten zufolge soll er von Österreich aus mit einem Auto nach Rom gebracht worden sein.

Verhaftung in der Türkei

Agca wurde nach dem Attentat von einem italienischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt, im Jahr 2000 jedoch begnadigt. Nach seiner Rückkehr in die Türkei wurde der zum Umfeld der rechtsradikalen türkischen "Grauen Wölfe" gehörende Agca abermals festgenommen; anschließend verbüßte er wegen eines früheren Mordes bis 2010 eine weitere Haftstrafe.

Auf dem Petersplatz war Agca vor Betreten der Kirche nach Informationen der Zeitung "La Repubblica" von einem Polizisten erkannt und zunächst auf die zuständige italienische Polizeistation gebracht worden. Nach Überprüfung seiner Personalien sei er jedoch freigelassen worden und habe sich in den Petersdom begeben. Vor seinem Besuch am Grab soll Agca laut "La Repubblica" vergeblich um eine Begegnung mit Papst Franziskus ersucht haben.

Quelle:
KNA